Puchheim

Sozialer Wohnbau: Vier Häuser in Rekordzeit hochgezogen

Eines der beiden Biergläser, die vom Dach geworfen wurden, wollte nicht zerspringen und Freitag, der 13. war es auch noch. Aber von bösen Omen wollte niemand sprechen, als jetzt Richtfest für insgesamt vier Häuser in Puchheim-Ort gefeiert wurde.

Puchheim –  In der Rekordzeit von zweieinhalb Monaten wurden die Rohbauten für insgesamt 14 Wohnungen an der Schwarzäckerstraße hochgezogen. Die sollen künftig zur Hälfte an Wohnungslose vergeben werden, zum anderen Teil für „Sozialmieter“ vorgehalten werden. Der 3,5-Millionen-Euro-Bau ist das erste Projekt der vor drei Jahren gegründeten, stadteigenen Wohnraumentwicklungsgesellschaft Puchheim (WEP).

Grundstück gut ausgenutzt

„Einfach gestrickt, funktional, mehr braucht’s doch nicht“, meinte Bürgermeister Norbert Seidl zu den künftigen Wohnungen, die durch geringe bauliche Veränderungen je nach Bedarf später auch größer oder kleiner ausfallen können. WEP-Geschäftsführer Johann Stürzer lobte die gute Ausnutzung des Grundstücks, was im Umkehrschluss allerdings wenig Grün bedeutet. Für ein Gemeinschaftshäuschen war auch kein Platz mehr, dafür soll ein „Multifunktionsbereich“ genannter Innenhof mit kleinem Spielplatz Gelegenheit zum Treffen bieten.

Für ihren Teil hat die Stadt das alleinige Belegungsrecht. Grundsätzlich werden dort Wohnungslose eingewiesen, die dort aber nicht unbegrenzt bleiben, sondern irgendwann eine eigene Unterkunft finden sollen. Es wird aber auch Platz für Menschen geben, die noch in den eigenen vier Wänden leben, aber demnächst ausziehen müssen. Für die WEP-Wohnungen kann sich grundsätzlich jeder bewerben, die Auswahlkriterien stehen angeblich noch nicht fest. Bei der Miete will sich die Gesellschaft laut Stürzer am Puchheimer Mietspiegel (zwischen elf und 13 Euro) orientieren. Der Bürgermeister und WEP-Aufsichtsratsvorsitzende stellt sich einen etwas günstigeren Preis vor.

Wohnungen aufwändig gedämmt

Die beiden Zimmerer versprachen den künftigen Bewohnern bei ihrem Richtspruch, dass jedes Haus „knarzen und krachen“ werde: „Das Haus arbeitet und lebt mit euch.“ Freilich ergänzte Architekt Florian Nagler, dass heutige Holzhäuser nichts mehr mit früheren Baracken gemein haben. Die Wohnungen seien aufwendig gedämmt, das Raumklima werde angenehm sein.

Finanziert wurde das Projekt zu einem kleineren Teil (rund 20 Prozent) aus Eigenmitteln, das restliche Kapital steuerten Banken bei. Nächstes Projekt der WEP, die 38 Wohnungen und zwei Grundstücke aus vorher städtischem Besitz übernommen hat, sind Wohnhäuser in der Augsburger Straße. OLF PASCHEN

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