+
Ein Falkner mit einem Greifvogel soll auch in den Hauptkolonien eingesetzt werden.

Einsatz eines Falkners

Stadt Puchheim will Saatkrähen gezielter bekämpfen

Die Vergrämungsmaßnahmen in Puchheim fruchten: Die Nester der Saatkrähen werden weniger. Allerdings wurde auch wieder ein Baum in Häusernähe besiedelt. Auch hier soll ein Falkner eingesetzt werden – dafür kämpft die Stadt vor Gericht.

Puchheim – Kurz vor Beginn der Schonfrist für Puchheims Saatkrähen hat Bürgermeister Norbert Seidl im Stadtrat noch einmal Zwischenbilanz über den Vertreibungskampf gezogen. Mit Stand vom 15. März wurden noch knapp über 150 Nester am Friedhof und im Schopflachwäldchen gezählt – im vergangenen Jahr waren es insgesamt 237 Nester, im Vorjahr noch 406. Seitdem wurde aber auch ein größerer Baum am Rande der Hauptkolonie und damit wieder in Anwohnernähe besiedelt.

Regierung lehnt größeren Einsatz ab

Der Falkner darf seine Greifvögel noch bis Ende März einsetzen, allerdings nur in den Splitterkolonien und in der Nähe des Hauptbrutgebietes. Kurz darauf, am 3. April, treffen sich Stadt und Regierung von Oberbayern vor Gericht – vorerst nur für ein Mediationsverfahren, bei dem die Möglichkeiten eines Vergleichs ausgelotet werden sollen. Puchheim will durch eine Klage erreichen, dass Falken oder Bussarde auch direkt in der Hauptkolonie tätig werden dürfen, die Regierung als Oberste Naturschutzbehörde lehnt das bislang strikt ab.

Halber Kadaver zur Abschreckung

In letzter Zeit waren wieder „bird guards“ eingesetzt worden, die Vögel also mit Alarmrufen aus dem Lautsprecher beschallt worden. Mit offenbar unterschiedlichem Erfolg: Die Tiere in der Nähe der Aussegnungshalle ließen sich durch den Lärm vom Band nicht (mehr) beeindrucken. Außerdem wurden wieder Nester entfernt, unter anderem auch auf einem Spielplatz am Gerner Platz – und aus einer großen Weide in einem Privatgarten an der Rainerstraße. Wie außerdem jüngst bekannt wurde, können die Raubvögel des Falkners nicht nur drohen. Ein Wüstenbussard fing eine Krähe und durfte sie in der Nähe von deren Artgenossen zur Hälfte auch verspeisen. Ein halber Kadaver blieb zur Abschreckung liegen. Wie viel Entsetzen das ausgelöst hat, steht dahin. Sicher aber ist, dass die neue, erwünschte Splitterkolonie an der Eichenauer Straße, fern von allen Anwohnern, vermehrt bewohnt wird. (op)

Auch in der Gemeinde Maisach kämpft man gegen Krähen. Viele Versuche bleiben aber ergebnislos.

Auch interessant

Mehr zum Thema

Kommentare