Stehen im Mittelpunkt: Die Stadt will die Saatkrähennester dezimieren. Einzelne Bürger wollen die Vögel schützen.

Puchheim

Stadt vertreibt Krähen – Bürgerin protestiert

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Die Meldung über die Saatkrähen hat mittlerweile schon Tradition. 2008 wurde in Puchheim eine Kolonie im Schopflachfriedhof festgestellt, seitdem hat sich die Zahl der Nester stetig erhöht und die Brutbereiche haben sich in das angrenzende Wäldchen sowie in sogenannte Splitterbereiche ausgedehnt.

Puchheim – Seit 2011 hat die Stadt diverse Vergrämungsmaßnahmen durchgeführt: Eier werden entfernt und Alarmrufe tönen aus Lautsprecherboxen. Heuer wird, wie bereits im vergangenen Jahr, ein Falkner mit Raubvögeln eingesetzt. Die Vögel sollen über die Bereiche fliegen, wo die Krähen bereits versucht haben, Nester zu bauen. Die Bilanz der bisherigen Maßnahmen: Die Gesamtzahl der brütenden Saatkrähen ist deutlich zurückgegangen. Am Wäldchen an der Eichenauer Straße waren es noch etwa 40 Brutpaare. Dass die Tiere sich im unproblematischen Außenbereich niedergelassen haben, betrachtet die Stadt auch als Erfolg. Im vergangenen Jahr wurden insgesamt nur mehr 237 Nester gezählt, im Vorjahr waren es noch 406. Aktuelle Zahlen gibt es laut Pressemitteilung der Stadt noch nicht, die Vergrämung läuft noch.

Die Entnahme der Eier ist erst für Anfang April geplant. Genehmigt ist diese Maßnahme für die Nester der Hauptkolonie und der Splitterbereiche. Da die Hauptkolonie besonders gut geschützt ist, dürfen nur Nester der Randbereiche entfernt werden.

Das Puchheimer Umweltamt bittet auch die Bevölkerung um Mithilfe. Wenn man beobachtet, dass an einer Stelle mehrere Saatkrähennester gebaut werden, sollte man dies mitteilen. Sollte nur ein Nest gebaut werden, handelt es sich vermutlich um ein Rabenkrähennest. Da diese Tiere keine Koloniebrüter sind, stellen sie kein Problem dar. Auf gar keinen Fall soll man die Vögel füttern.

In der Bevölkerung regt sich allerdings auch Protest. Die Puchheimerin Erika Rothgangel hat einen Brief an das Rathaus verfasst. Sie hält das Problem für aufgebauscht. Rothgangel schreibt: „Die Krähen tun niemand etwas zu Leide, sie kratzen nicht, beißen nicht, plündern keine Gärten. Sie wohnen hoch oben in den Bäumen und machen ihre Konflikte mit sich selber aus. Ja gut: sie streiten und schreien tagsüber oft recht lautstark, aber nachts ist Ruhe!“ Dafür, dass es sich lediglich um eine Handvoll Bewohner handle, die sich davon gestört fühlen, würde die Stadt sich beachtlich viel einfallen lassen.

Wer neben der S-Bahn wohnt, könne auch nicht die S-Bahn entfernen lassen oder Kinder aus Kindertagesstätten. Ebenso wenig die Autos an der Hauptstraße. Und die Krähen würden immerhin keine Schadstoffe ausstoßen. Dass man den Krähen die Eier aus den Nestern hole, sei als ob man einer Mutter ihr Baby wegnimmt. Rothgangels Fazit: „Ich setze mich dafür ein, die Saatkrähen in Ruhe zu lassen!“  gar

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