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Die Jugendlichen wollten ein ernstes Thema aufgreifen: Tänzerinnen im Kulturzentrum PUC bei der Probe. 

Puchheim

Tanzen gegen Mobbing im Internet

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Die Tanzgruppen des FC Puchheim haben sich ein heißes Thema für ihr musikalisches Theaterstück ausgesucht: Cyber-Mobbing, also Mobbing im Internet. Dafür proben die rund 80 Teilnehmer schon fleißig im PUC.

Puchheim – Ein lauter Pfiff hallt durch das Puchheimer Kulturzentrum, und rund 80 Tänzer, Schauspieler und Sänger formieren sich zur Probe. Organisatorin Monika Brettner hat alles im Griff. Alle zwei Jahre geben sich die Tanzgruppen des FC Puchheim in einem Tanz-Theater die Ehre und zeigen, was sie können. Doch bis zur Premiere von „Netz(werk)falle – die Geister, die ich rief“ am kommenden Freitag ist davor noch einiges zu tun.

Der Beginn des Stückes scheint sonderbar: „Kühlschrank an, Flexa, wichtige Mitteilung, nur noch zwei Stück Eier, kein Stück Butter, bitte bestellen“, heißt es. Jemand ordert per Spracherkennung seine Einkäufe über den Computer, der hier Flexa heißt. Alles spielt sich in der digitalen Welt ab. Es geht um Cybermobbing und ein Geisterhaus. Wie sich das verbindet, erklärte Autorin Ely Zierer gegenüber dem Tagblatt: „Wir wollten zunächst etwas Gruseliges machen rund um das Thema Geisterhaus.“ Doch die Jugendlichen wollten ebenso unbedingt das Problem von Cybermobbing aufgreifen. „Das ist mir auch sehr wichtig, deshalb haben wir beides verbunden“, sagte Zierer.

Ungewöhnliche Hilfe

Die Handlung dreht sich um die 15-jährige Sophia, die alles dafür gibt, dazuzugehören. Doch in der Schule und im Internet wird sie gemobbt und kann sich niemandem anvertrauen. Ein Schicksal, das in der heutigen Zeit nicht unbedingt selten ist. Im Stück kommt aber eine eher ungewöhnliche Hilfe vor: Die Sprachassistenten Kiri und Flexa (in Anlehnung an Amazons Alexa und Apples Siri) versuchen, die Kleine nun aufzumuntern. „Sprachassistenten, Instagram, die ganzen modernen Medien, sind ja auch in gewisser Weise moderne Geister, die auch mal verrückt spielen können“, erklärte Brettner. Das Schwierigste sei jetzt jedoch, alles unter einen Hut zu bekommen. Bei sieben Tanzgruppen, 23 Einzeltänzen, fünf Gesangseinlagen und einem Schauspiel gar nicht so leicht.

Da müssen sich die Tänzer einiges merken, wie etwa Birgit Grimm. „Ich tanze in zwei Gruppen, das macht für mich insgesamt sechs Tänze am Premierenabend.“ Doch die meisten im FC Puchheim sind alte Hasen und waren schon öfter mit dabei. So auch Magdalena Barth und Angelina Pavicic: Sie tanzen schon seit acht und zwölf Jahren in dem Verein. „Ich bin trotzdem aufgeregt, und die Anspannung wächst“, sagt Magdalena Barth.

Auch Susi Schmidt kennt die Prozedur. Die Schneidermeisterin tanzt nicht nur mit, sondern näht auch Kostüme. „Es macht mir Spaß, und ich kann kreativ sein.“ Von Contemporary Jazz über HipHop bis hin zu Street Jazz ist alles in dem Stück vertreten. Die Gruppen versuchen Neues und probieren sich aus. „Deshalb mag ich den Verein“, sagt etwa Theresa Zietz. „Jeder kann sich einbringen.“

Die Aufführungen

sind am Freitag und Samstag, 27. und 28. September, um 20 Uhr sowie am Sonntag, 29. September, um 19 Uhr im Kulturzentrum PUC. Der Eintritt kostet 9,60 Euro, ermäßigt 6,30 Euro. Karten können im Vorverkauf vor Ort im PUC, per Telefon unter (089) 8 90 25 40 oder in der Buchhandlung Bräunling, Lochhauser Str. 18, erworben werden.

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