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Hängepartie: Das Kinderhaus Maria Himmelfahrt ist marode und muss neu gebaut werden. Doch es gibt ein Hindernis: Ordinariat und Stadt können sich nicht auf die Größe der neuen Einrichtung einigen. Foto: archiv

Puchheim

Tauziehen um neues Kinderhaus

Puchheim – Das Kinderhaus Maria Himmelfahrt in Puchheim-Ort wird neu gebaut. Davon geht zumindest Rathauschef Norbert Seidl nach den jüngsten Gesprächen mit Verantwortlichen im Erzbischöflichen Ordinariat in München aus. Endgültige Klarheit wird es erst Ende September geben. Dann will das Ordinariat entscheiden, wie es mit der Einrichtung weitergeht.

Noch vor wenigen Wochen herrschte bei Kirchenpfleger Johann Aichner von der katholischen Pfarrgemeinde Maria Himmelfahrt Weltuntergangsstimmung. Nach monatelangem Stillstand war wieder Bewegung in Sachen Kinderhaus-Neubau gekommen. Das Ordinariat hatte sogar eine Projektsteuerin ins Boot geholt und einen Zeitplan für den Neubau der maroden Einrichtung aufgestellt. Doch einen wichtigen Termin, die Auswahl des Architekten, ließ die kirchliche Behörde ohne Vorwarnung platzen. Wenn überhaupt, dann würde nur eine dreigruppige Kita gebaut, soll es geheißen haben. „Für uns ist das eine Katastrophe. Das Ordinariat sagt einmal hüh und einmal hott. So kann man doch nicht arbeiten“, hatte sich Aichner echauffiert.

Mittlerweile haben weitere Gespräche zwischen Pfarrei, Stadtverwaltung und Ordinariat stattgefunden – und auch die Gemütslage von Aichner hat sich zum Positiven geändert. „Wir sind sehr zuversichtlich, die Sache weiterzubringen“, sagt er jetzt. Und findet sogar lobende Worte für den Verwaltungsapparat der Erzdiözese von München und Freising: „Das Ordinariat ist sehr bemüht.“

Auch Seidl versucht, die Wogen zu glätten und äußert Verständnis für das Zögern und Zaudern. „Im Ordinariat hat es einen radikalen Organisationswechsel gegeben“, erklärt der Bürgermeister. Dadurch sei es nicht nur „drunter und drüber“ gegangen, auch die Kommunikation habe gelitten.

Fest steht, dass das Kinderhaus nicht nur alt, sondern dringend sanierungsbedürftig ist. Erst im Sommer vergangenen Jahres waren die Eltern aufgrund der erheblichen Mängel wie einem eingestürzten Vordach und nicht regulierbaren Wasserhähnen auf die Barrikaden gegangen. Daraufhin hatte das Ordinariat die gröbsten Mängel beseitigt und einen Neubau in Aussicht gestellt.

Größtes Hindernis für die Verwirklichung ist wohl die noch nicht geklärte Frage nach der Größe der Einrichtung. Seidl will in dem Gebäude gerne fünf Gruppen unterbringen, das Ordinariat aber kein größeres Kinderhaus bauen, wenn die Belegung nicht gesichert ist.

Wie Seidl betont, habe er in dem Gespräch mit dem Ordinariat noch einmal unterstrichen, dass man das Projekt gemeinsam stemmen wolle und die Kirche bei dieser Mammutaufgabe nicht alleine sei. Das Ordinariat wiederum habe deutlich gemacht, dass man den Standort auf jeden Fall halten wolle. Nach Seidls Ansicht bedeutet das, den Neubau der Einrichtung. „Denn das ist das wirtschaftlichste Modell.“

Doch laut Christoph Kappes, dem stellvertretenden Ordinariatssprecher, ist bisher weder eine Entscheidung darüber gefallen, welche Größe das Kinderhaus künftig haben wird, noch ob es aus-, um- oder neu gebaut wird. Man habe Verständnis dafür, dass die Verantwortlichen vor Ort wissen wollen, wie es weiter geht. Man müsse aber auch verstehen, dass im Ordinariat alle Aspekte genau geprüft würden, um eine zukunfts- und tragfähige Entscheidung fällen zu können.

Kappes verweist auf zwei Fragen, die es zu klären gelte: Ist der Bedarf an Betreuungsplätzen wirklich so immens, dass er ein größeres Kinderhaus rechtfertigt? Und wie stellt man sicher, dass auch das nötige Personal vorhanden ist? Was den Bedarf angeht, warte man noch auf belastbare Zahlen seitens der Stadt Puchheim, sagt Kappes. Zum Thema Personal meint er: „Wir arbeiten an kreativen Lösungen.“ So wird die Hängepartie für die Puchheimer noch eine Weile weitergehen. Die endgültige Entscheidung, was mit dem Kinderhaus passiere, werde man Ende September treffen, kündigt Kappes an. (sw)

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