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Die Stadt Puchheim will eine Geothermie-Anlage wie diese in Unterföhring errichten. 

Abstimmung am Sonntag

Ticker zum Bürgerentscheid über Geothermie in Puchheim: Das ist das Ergebnis

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  • Helga Zagermann
    Helga Zagermann
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In Puchheim gab es am Sonntag einen Bürgerentscheid über die Geothermie. Wir berichten im Ticker über das eindeutige Ergebnis und Reaktionen. 

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  •  Die Puchheimer stimmten am Sonntag in einem Bürgerentscheid darüber ab, ob in der Stadt eine Geothermie-Anlage errichtet wird oder nicht. Es gab ein Rats- und ein Bürgerbegehren. 
  • Das Ergebnis ist eindeutig: Die Puchheimer haben die Geothermie-Anlage abgelehnt.  7000 von 15.900 Stimmberechtigten haben an der Abstimmung (Bürgerbegehren und Ratsbegehren) teilgenommen, damit  ist das Quorum (rund 3200, also 20 Prozent der Stimmberechtigten) mehr als doppelt erfüllt. 
  • Im Vorfeld gab es bereits eine rege Debatte zwischen Gegnern und Befürwortern der Geothermie.
  • Einen zusammenfassenden Bericht über den Bürgerentscheid in Puchheim und einen Kommentar lesen Sie hier. 

21.35 Uhr: Gefeiert wurde bei den Geothermie-Gegnern. Bei der Verkündigung des vorläufigen Endergebnisses brachen Jubel und Beifall aus. Michael Peukert, Sprecher der Bürgerinitiative, sagte gegenüber unserer Redaktion zu dem Ergebnis des Bürgerentscheids: „Super, ich freu’ mich sehr. Unsere sachlich fundierte, faire Aufklärungsarbeit hat sich durchgesetzt, die Vernunft hat in Puchheim gesiegt. Die Bürgerinitiative aufzulösen, ist jetzt nicht der Plan, ich könnte mir eher vorstellen, sie noch für ein, zwei Jahre als Verein zu erhalten. Aber ich erwarte eigentlich ganz klar, dass die Stadt sich an den Bürgerwillen hält.

21.30 Uhr: Ein langer Tag in Puchheim neigt sich dem Ende entgegen. Bürgermeister Norbert Seidl (SPD), Befürworter der Geothermie, sagte gegenüber dem Tagblatt: „Ich habe eher ein noch deutlicheres Ergebnis erwartet. Das war ein Angebot, den Klimaschutz und die Energiewende vorwärts zu bringen. Die Konsequenzen sind klar: Wir werden die Aufsuchungserlaubnis zurückgeben. Die Bürgerinitiative hat ja auch gesagt,dass sie den Klimaschutz nicht bekämpft. Jetzt beginnt die Gestaltungsphase für die Verhinderungsbürger.“ 

Wahlbeteiligung kommt mit 44 Prozent fast an eine normale Wahl heran

20.25 Uhr: Die vorläufigen Zahlen zum Ratsbege hren: Die Frage des Stadtrats lautete: „Sind Sie dafür, dass die Stadt Puchheim ihre Bemühungen fortsetzt, Geothermie zu nutzen?“ 27,82 Prozent stimmten mit „Ja“ und 72,18 Prozent mit „Nein“. 

20.18 Uhr: Es gibt noch mehr vorläufige Zahlen. Beim Bürgerbegehren stimmten 75,26 Prozent mit „Ja“ und 24,74 Prozent mit „Nein“. Die Frage lautete: „Sind Sie dafür, dass die Stadt Pucheim alle zur Verfügung stehenden Maßnahmen ergreift, damit eine Geothermie-Anlage in Puchheim Nicht errichtet wird?“ Somit hat sich die klare Mehrheit gegen die Geothermie entschieden. 

20.08 Uhr: Unser Reporter vor Ort hat uns die ersten Zahlen durchgegeben.  Die Wahlbeteiligung beträgt 44 Prozent. 7000 von 15.900 Stimmberechtigten haben an der Abstimmung teilgenommen, womit das Quorum doppelt erfüllt wurde. 

Ergebnis zum Bürger-Entscheid in Puchheim: Geothermie abgelehnt

20 Uhr: Das Ergebnis ist da. Die Puchheimer haben sich gegen die Geothermie ausgesprochen. Details folgen. 

19.54 Uhr: Es zeichnet sich bereits eine Tendenz ab, wie unser Reporter vor Ort berichtet. Mehr Details folgen. Wir warten auf das offizielle Ergebnis. Angesagt war es für spätestens 20.30 Uhr. 

19.36 Uhr: Es sind bereits drei von neun Wahllokalen ausgezählt.

19.10 Uhr: Im Landkreis Fürstenfeldbruck hat es heute noch einen Bürgerentscheid gegeben - im kleineren Rahmen. Hier ist das Ergebnis bereits da. Die Mittelstettener haben sich klar gegen die Ausweisung eines Gewerbegebietes ausgesprochen.

19 Uhr: Das Endergebnis soll vor dem Bürgerbüro präsentiert werden.  Gegner und Befürworter warten bereits gespannt. 

Geothermie in Puchheim: Jetzt beginnt die Auszählung

18 Uhr: Nichts geht mehr. Die Wahllokale sind geschlossen. Nun kann die Auszählung beginnen. 

17.30 Uhr: Der Countdown läuft. Die Wahllokale haben noch eine halbe Stunde geöffnet.

17 Uhr: Die Stadt geht davon aus, dass das Endergebnis um spätestens 20.30 Uhr vorliegt. 

16.24 Uhr: Die Stadt wird keine Hochrechnung herausgeben, sondern das endgültige Ergebnis melden. Dieses wird frühestens um 19.30 Uhr erwartet. 

15 Uhr: So langsam wird es spannend. Die Wahllokale haben noch drei Stunden geöffnet. 

+++ Ab hier lesen Sie allgemeine Informationen. Oben werden die Neuigkeiten in aufsteigender Aktualität in einem Ticker veröffentlicht. +++

Geothermie in Puchheim: Die wichtigsten Fakten und Argumente

Puchheim – Am Sonntag wird sich entscheiden, ob die Stadt Puchheim als bisher einzige Kommune im Landkreis Fürstenfeldbruck eine Geothermie-Anlage errichten wird. Gegen den Plan regt sich Widerstand aus der Bevölkerung, weshalb es nun einen Bürgerentscheid gibt.

Mit der Förderung von Erdwärme soll Energie in Form von Strom und Wärme gewonnen werden. Die geplante Bohrstelle liegt auf einem städtischen Grundstück, auf dem derzeit noch Erdbeeren wachsen. Hier soll in einer Tiefe von etwa 2100 Metern bis zu 85 Grad heißes Wasser angezapft werden. Der Claim, also das Areal, in dem Bohrung und Förderung möglich sind, umfasst auch Gröbenzell und Olching.

Das Vorhaben wurde vom Puchheimer Stadtrat und SPD-Bürgermeister Norbert Seidl stets einmütig mitgetragen, nur zuletzt distanzierten sich die Freien Wähler. Als Argument für die Geothermie wird angeführt, dass es bereits ein Fernwärmenetz gibt, in das die Erdwärme eingespeist und das auch noch ausgebaut werden könnte. Außerdem sei diese Form der Energiegewinnung emissionsfrei, unerschöpflich und nach Anfangsinvestitionen von geschätzten 15 Millionen Euro billig. In Südbayern sei die Geothermie aufgrund der guten geologischen Bedingungen bereits relativ verbreitet.

Knapp anderthalb Wochen vor dem Bürgerentscheid zur Geothermie in Puchheim wartete die Stadt mit einigen handfesten Überraschungen auf. Damit wollte sie noch auf die Gegner zugehen.

Protest zur Geothermie: So kam er zustande

Puchheims Bürger waren von Beginn an weniger sorglos. Als es zu einem Mikro-Erdbeben in Poing (Kreis Ebersberg) kam, wurde der Protest richtig laut. Es formierte sich eine Bürgerinitiative. In sehr kurzer Zeit kamen ausreichend Unterschriften für ein Bürgerbegehren zusammen.

Die Gegner argumentieren damit, dass der weiche Moorboden und der hohe Grundwasserstand seismische Aktivitäten verstärken könnten. Die Folge wären Risse in den Häusern, durch die Wasser treten könnte. Auf dem Schaden würden die Eigentümer sitzen bleiben – trotz bergrechtlicher Anscheinsvermutung, die besagt, dass die Geothermie-Anlage als Ursache gilt, sollte nicht das Gegenteil bewiesen werden. Hier könnte dann eben auch der hohe Grundwasserstand benannt werden. Und kein Privatmann könne sich einen langen Rechtsstreit mit teuren Gutachtern leisten.

Die Gefechte zwischen Befürwortern und Gegnern vorab waren heftig

Bürgerentscheid zur Geothermie: Das müssen Sie wissen

Nachdem der Stadtrat ein eigenes Ratsbegehren gegen das Bürgerbegehren gestellt hat, können am Sonntag zwei Fragen beantwortet werden. Der Stadtrat will wissen: „Sind Sie dafür, dass die Stadt Puchheim ihre Bemühungen fortsetzt, Geothermie zu nutzen?“ „Sind Sie dafür, dass die Stadt Pucheim alle zur Verfügung stehenden Maßnahmen ergreift, damit eine Geothermieanlage in Puchheim Nicht errichtet wird?“ So lautet die Fragestellung des Bürgerbegehrens. Je nachdem, wie man sich entscheidet, muss man für die eine oder die andere Frage mit Ja stimmen. 

Abstimmungssieger ist der Entscheid, der mehr Ja- als Nein-Stimmen enthält und von mindestens 20 Prozent der Wahlberechtigten unterstützt wird. Für den Fall, dass beide Lager eine Mehrheit erhalten, gibt es eine Stichfrage. Ein Tipp: Es gibt am Sonntag nur sechs Abstimmungslokale, also weniger als bei normalen Wahlen. Darum am besten noch einmal auf die Benachrichtigungskarte sehen, welchem Wahllokal man genau zugeordnet ist. Die Wahllokale öffnen um 8 Uhr und schließen um 18 Uhr.

In diesem Bereich soll die Geothermie-Anlage errichtet werden

gar/op

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