Rekordverdächtig: Die ehrenamtlichen Helfer des LBV konnten in insgesamt 400 Stunden eine sehr große Zahl Tiere retten, eine der höchsten der vergangenen Jahre.
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Rekordverdächtig: Die ehrenamtlichen Helfer des LBV konnten in insgesamt 400 Stunden eine sehr große Zahl Tiere retten, eine der höchsten der vergangenen Jahre.

Puchheim

Über 2600 Amphibien gerettet

Die ersten Zäune standen schon Ende Februar. So richtig los ging es aber erst Mitte März, als Temperatur und Feuchtigkeit endlich passten. Dann wanderten Frösche, Kröten und Molche zu ihren Laichgewässern.

Puchheim – Mehr als 40 ehrenamtliche Helfer des LBV Fürstenfeldbruck (mit Sitz in Puchheim) standen schon bereit, die Tiere sicher über die Straßen zu bringen.

Nach dem Ende der Saison zieht der Naturschutzverband eine positive Bilanz: In 400 Stunden konnten Ehrenamtliche – vom fünfjährigen Kind mit Mama bis zum Achtzigjährigen – im Jahr 2022 mehr als 2600 Amphibien retten, eine der höchsten Zahlen in den vergangenen Jahren. 2021 waren es 1723. In Mammendorf wurden 768 Tiere gezählt, so viele wie noch nie. Besonders erfreulich: In Wenigmünchen waren nach Jahren zum ersten Mal wieder Bergmolche zu finden.

Seit über 30 Jahren betreuen Ehrenamtliche der LBV-Kreisgruppe mehrere Amphibienschutzzäune. In dieser Saison haben sie fast 2200 Meter der grünen Bahnen entlang der Wanderrouten in Mammendorf, Poigern, Wenigmünchen, Landsberied und Herrnzell aufgestellt. Am Zaun in Poigern waren die Zahlen rückläufig. Hier fanden sich auf einen Kilometer Länge nur 221 Tiere ein, 59 weniger als im vergangenen Jahr. Der Tümpel in Poigern war im Rahmen einer Ausgleichsflächenregelung erst wieder als Laichgewässer hergerichtet worden.

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„Hier zeigt sich, dass wir der Natur Zeit geben müssen. Früher war der Teich in Poigern mit bis zu 4500 Exemplaren von zehn verschiedenen Amphibien-Arten eines der besten Laichgewässer im Landkreis. Durch Verlandung und Verschattung ist dieser wertvolle Lebensraum verloren gegangen“, erklärt Simon Weigl, Geschäftsstellenleiter des LBV Fürstenfeldbruck. „Mit den Maßnahmen hoffen wir, aus dem Tümpel wieder ein gutes Laichgewässer für Amphibien zu machen. Doch das erfordert Geduld.“

Zum einen sind Kröten, Molche & Co. erst mit mehreren Jahren geschlechtsreif. Zum anderen ist die Sanierung von Laichgewässern immer wieder mit unerwarteten Problemen verbunden, sodass immer wieder noch nachgebessert werden muss.

Der Tümpel in Poigern droht zum Beispiel an einigen Stellen auszutrocknen. Deshalb gab es schon Absprachen mit der lokalen Feuerwehr, ihn notfalls wieder aufzufüllen.

Für die kommende Amphibien-Saison hat der LBV Fürstenfeldbruck einen zusätzlichen Zaun angeschafft dank der Spende des Vereins „Wir für die Umwelt“. Er wird künftig dort eingesetzt, wo unerwartet vermehrt Wanderbewegungen gemeldet werden.

Wer 2023 helfen will,

kann sich beim LBV Fürstenfeldbruck schon jetzt als Kröten-Sammler melden. Dies ist möglich per E-Mail an fuerstenfeldbruck@lbv.de.

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