Der Bahnhof in Puchheim.
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Der Bahnhof in Puchheim.

Stadtrat

Umbau des Bahnhofs: Puchheim fügt sich nun doch

Der Kampf für einen barrierefreien Bahnhof ohne lange Rampen und störanfällige Aufzüge hat ein Ende.

Puchheim – Die drei größten Fraktionen im Puchheimer Stadtrat sehen nach entsprechenden Äußerungen der bayerischen Verkehrsministerin Kerstin Schreyer keine Chance mehr für einen nördlichen Außenbahnsteig. Dieser hatte eigentlich gleichermaßen als behindertengerechte, preiswerte und technisch einfache Lösung gegolten.

Für den viergleisigen Ausbau der Strecke, auch wenn der noch in ferner Zukunft liegt, braucht die Bahn Vorratsflächen auf der Nordseite. Ein Bauwerk, das später wieder abgerissen werden müsste, und sei es nur ein Bahnsteig, werde es mit ihr nicht geben, soll die Ministerin geäußert haben. Und zudem angedeutet haben, dass man die Mittel für einen barrierefreien Ausbau auch anderswo investieren könne, falls die Stadt stur bleibe. Einzige Option aus Sicht von Bahn und Ministerium ist eine zweite Unterführung, von der aus man mit einem Aufzug zum weiter bestehenden Mittelbahnsteig kommt.

Nichts erreicht

„Wir haben nichts erreicht, das muss man klipp und klar feststellen,“ sagte Manfred Sengl von den Grünen. Er habe nach den jahrelangen vergeblichen Bemühungen sogar ein „Gefühl der Hilflosigkeit“. Die Stadt sei nie wirklich informiert und teils sogar belogen worden. Jetzt bleibe nur, die „zweitbeste Lösung“ zu schlucken, um nicht den Bahnhofsumbau in absehbarer Zeit insgesamt aufs Spiel zu setzen.

Man habe durchaus einiges erreicht, fand dagegen Thomas Hofschuster (CSU). Immerhin bekenne sich jetzt auch die Staatsregierung zum lange geforderten viergleisigen Ausbau. Zudem sei zugesichert worden, dass Wünsche der Stadt beim Bahnhofsumbau zumindest ernsthaft geprüft würden. Ob man die technischen Notwendigkeiten für einen Mittelbahnsteig nun nachvollziehen könne oder nicht – als politisch Verantwortlicher müsse man die Realität anerkennen. Die in ihrer Mobilität eingeschränkten Bürger bräuchten jetzt eine Lösung, nicht irgendwann.

Freie Wähler wollten Vertagung

Die Freien Wähler forderten – zunächst vergeblich – eine Vertagung des Themas bis nach der Sommerpause. Wichtige Informationen wie die Machbarkeitsstudie zum viergleisigen Ausbau fehlten noch, die Stadt stehe außerdem unter keinerlei Zwang, jetzt Stellung zu nehmen, sagte Gudrun Horn. Fraktionskollege Michael Peukert warnte davor, beim Bahnhofsumbau schon eine Entscheidung für die nächsten Jahrzehnte zu treffen, während „wir das vierte Gleis wahrscheinlich nicht mehr erleben werden“.

Dem Wunsch der Freien Wähler schloss sich nach fast anderthalbstündiger Debatte im Stadtrat auch SPD-Chef Jean-Marie Leone an. An den Äußerungen der Ministerin gebe es zwar „nichts zu interpretieren“ und auch die Machbarkeitsstudie, wenn sie denn überhaupt bis September vorliege, werde kein anderes Bild ergeben. Aber „aus Respekt für die Beiräte“ könne man noch zwei Monate warten und sich in der Zwischenzeit „noch mal zusammen finden“.

Vor allem der Behinderten- und der Seniorenbeirat hatten immer wieder vehement den zweiten Außenbahnsteig gefordert. Mit knapper Mehrheit beschloss der Stadtrat schließlich eine Vertagung bis zur ersten Herbst-Sitzung.

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