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Wirtschaftsforum Puchheim 

Unternehmer werben für Wohltätigkeit

Bei einer Podiumsdiskussion sind Vertreter von kleinen und großen Firmen in Puchheim zusammengekommen. Das Thema: soziale Verantwortung. Offenbar zahlt sich diese sogar aus.

Puchheim – Uneigennützige Handlungsweise kann ein Geschäftsmodell sein, Rücksicht auf Natur und Menschen sogar dem Umsatz guttun. Dies ließ sich aus einem kleinen Wirtschaftsforum in Puchheim lernen, bei dem unter anderem örtliche Firmeninhaber und Manager über die soziale Verantwortung eines Unternehmens sprachen. Eingeladen war die Vertreterin einer „Weltmarke“ genauso wie die Puchheimer Buchhändlerin.

Zu zweit auf dem Podium waren Jürgen Frankholz, Direktor des Tagungshotels „das seidl“, und sein Azubi Mohammad Al Taiha. In dem 95-Zimmer-Betrieb, in dem auch eine Carrera-Bahn für abendliche Entspannung des Kindes im Geschäftsmann sorgt, geben sich nach den Worten des Chefs die Praktikanten die Klinke in die Hand. So kam auch der junge Syrer ins Hotel, lernte Deutsch, machte einen Schulabschluss und gilt als „wunderbar integriert“. Mohammad selber sagte, er fühle sich aufgehoben wie in einer (zweiten) Familie. „Eine bessere Werbung als ein authentisches Miteinander gibt es nicht,“ sagte Frankholz. Denn den Spaß an der Arbeit würden die Gäste spüren.

Ausbildungsbetrieb ist auch die „Stemmer Imaging“, ein – erst seit einigen Tagen – börsennotiertes Unternehmen der Bildverarbeitungstechnologie. Die Firma finanziert eine Stiftung, die Kinder und Jugendliche an die Ingenieurwissenschaften heranführen soll, sitzt im Förderverein der Realschule, bekommt Lehrlinge vom Asylhelferkreis vermittelt. Auch hier finden Eigeninteresse und Allgemeinwohl zusammen: „Wir leben davon, dass wir Nachwuchs haben,“ sagte Geschäftsführer Martin Kersting. Bürgermeister Norbert Seidl, der mit seiner Stadtrats-Wirtschaftsreferentin Karin Kamleiter das Podium moderierte, stellte die Frage: „Kann sich das nur eine Firma leisten, der es gut geht?“ Die Antwort: „Wir waren nicht immer groß.“

Auch Gudrun-Johanna Korec-Neszmarek von Amway erinnerte an die Anfänge eines heute weltweit tätigen Direktvermarkters für Kosmetik, Körperpflege-Artikel und Haushaltswaren. Schon 1959 vertrieb die Gründerfamilie biologisch abbaubare Allzweckreiniger. Heute unterstützt das Unternehmen die örtliche Tafel oder richtet ein Spielzimmer in der Asylunterkunft ein. Verantwortlichkeit müsse man vorleben, immerhin sollten auch 60 000 Vertriebspartner guten Gewissens mit Unternehmensprodukten werben können.

Schließlich noch Nicola Bräunling vom gleichnamigen Buchladen, die Autorenlesungen anbietet und Bücher für Schulen spendiert, aber auch Waffeln für einen guten Zweck bäckt. Sich zu engagieren sei auch eine gesellschaftliche Verpflichtung, meinte sie. Aber natürlich gehe es auch um Kundenbindung. Schließlich sei Einzelhandel in Puchheim ein mühsames Geschäft. (op)

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