Aktion der KommEnergie

Unterwegs mit dem BMW i3: So fährt sich ein E-Auto

Wie fährt sich eigentlich ein Elektroauto? Die Probe aufs Exempel machte der Vorsitzende der Puchheimer Bund Naturschutz-Ortsgruppe Reinhard Gatz mit dem E-Auto der KommEnergie – und das Tagblatt war mit an Bord.

Puchheim/Eichenau – Eine Vereinbarung zwischen dem Bund Naturschutz (BN) und dem Stromanbieter mit Sitz in Eichenau macht es möglich: Der BMW i3 der KommEnergie kann nach vorheriger Anmeldung kostenlos für eine Probefahrt ausgeliehen werden. Mann wolle die Elektromobilität in Puchheim fördern, heißt es in einer Erklärung des BN.

Dessen Ortsvorsitzender Reinhard Gatz hat zwar bereits mal ein E-Auto gefahren. Am Steuer des i3 sitzt er allerdings zum ersten Mal. Deshalb gibt es von Alois Krammer, dem Geschäftsführer der KommEnergie, auch erst einmal eine Einweisung.

Er zeigt, wie man das Fahrzeug startet, den Bordcomputer steuert und wie man die Heizung einschaltet. Letztere verkürzt zwar die Reichweite, aber Gatz besteht darauf: „Ohne Heizung fahren wir nicht.“ Die Temperaturen am Tag der Probefahrt liegen schließlich knapp unter dem Gefrierpunkt.

Seit zwei Jahren hat die Stromfirma das Fahrzeug, das mit seinen 170 Kilowatt – das entspricht 227 PS – auf eine Höchstgeschwindigkeit von 150 Stundenkilometer kommt. Eine extrem leichte Carbon-Karosserie sorgt dafür, dass die schweren Akkus im wahrsten Sinne des Wortes nicht so sehr ins Gewicht fallen. „Der Wagen beschleunigt sehr schnell“, sagt Krammer. „Er kann es an der Ampel mit jedem anderen Auto aufnehmen.“

Die Fahrt beginnt. Mit an Bord ist auch Helmut Müller, Mitglied beim BN und dem Puchheimer Umweltbeirat. Gatz bestätigt auch sofort, was Krammer gesagt hat: „Der zieht ab wie eine Rakete, das ist super.“ In der Tat wird man bei entsprechender Beschleunigung ganz schön in den bequemen Autositz gepresst. Von Eichenau geht es über Puchheim zunächst auf die B 2 Richtung Germering.

„Das Auto fährt sich sehr gefühlvoll“, erklärt Gatz. Es sei ein anderes Fahrgefühl als mit einem Benziner. „Das E-Auto reagiert schneller, man braucht nicht so viel Druck aufs Gaspedal.“ Was Gatz besonders gefällt ist das Bremsverhalten. Er muss die Bremse kaum betätigen, denn sobald er den Fuß vom Gas nimmt, bremst der Motor das Auto stark ab. „Man muss nicht ständig auf der Bremse stehen“, so Gatz. Das Auto bremse von selbst zügig aber sanft ab. „Das ist sehr angenehm.“

Von der B 2 geht es anschließend weiter auf die A 99 und dann auf die A 96 Richtung Landsberg. Auf der Autobahn machen sich die vielen PS besonders positiv bemerkbar. „Das ist auch eine Frage der Sicherheit, wenn man zum Beispiel beim Überholen schnell beschleunigen kann“, wirft Müller vom Rücksitz aus ein.

Gatz fährt den Wagen aber dennoch nicht ganz aus. Bei 130 Stundenkilometern ist Schluss. „Schneller will ich mit einem unbekannten Auto nicht fahren.“ Beim Lenken habe er das Gefühl, dass der Wagen etwas leichter die Spur verliere, als sein Benziner. „Vielleicht liegt das am Gewicht der Batterien“, mutmaßt er. Der i3 lenke sich ein wenig wie ein Auto, das zu schwer beladen ist – „zum Beispiel mit vielen Getränkekästen“. Obwohl Gatz das Lenkrad deshalb etwas fester halten muss, sagt er: „Gerade hier auf der Autobahn fährt sich der Wagen aber sehr angenehm.“

Ungewohnt sei lediglich, dass der Motor nie aufheule, wenn man Gas gibt. Das Auto bewegt sich absolut leise, lediglich das Abrollgeräusch der Reifen ist zu hören. „Für Fußgänger oder Radfahrer, die sich oft nach dem Gehör orientieren, ist das natürlich ein Problem“, sagt BN-Chef Gatz. Seine Idee: „Vielleicht sollten die Hersteller noch ein Motorengeräusch vom Band einbauen.“

In Gilching drehen wir um und fahren die gleiche Strecke wieder zurück nach Eichenau. Zeit, um über die E-Mobilität an sich zu sprechen. Gatz hält den Faktor Umweltschutz sehr hoch. „Es gibt keine Abgase und man braucht weniger elektrische Energie als man umgerechnet beim Benzinmotor erzeugen muss.“ Müller ergänzt: „Selbst wenn man den Strom für ein E-Auto mit fossilen Brennstoffen erzeugt, verursacht man dabei weniger Kohlendioxid als bei einem Auto mit Benzinmotor.“

Auf die Frage, wann er sich selbst ein E-Auto kaufen würde, sagt Gatz: „Das hängt zum einen vom Kaufpreis ab.“ Ist das Auto erschwinglich, kommt als zweiter Faktor noch die Reichweite dazu. Der i3 schafft bei optimalen Bedingungen derzeit 120 Kilometer, kann aber einen sogenannten Range-Extender zuschalten – einen Zweitaktmotor, der die Lichtmaschine betreibt und den Ladestand der Batterie konstant hält.

Neun Liter fasst der Tank und kann nachgetankt werden. Die KommEnergie braucht dies vor allem für weite Fahrten zum Beispiel nach Regensburg. Reinhard Gatz wünscht sich indessen ein Auto, das mit der reinen Batterieladung an die 300 Kilometer weit kommt. „Das wäre in Ordnung.“ Das derzeitige i3-Modell schafft das noch nicht. Dennoch fällt Gatz’ Fazit nach unserer Rückkehr in Eichenau positiv aus: Das Auto fahre sich anfangs zwar ungewohnt, aber man komme schnell damit zurecht. „Ich würde dem Auto die Note eins geben“, sagt der BN-Chef. (Andreas Daschner)

So kommt man zu einer Probefahrt

Das Auto kann nach vorheriger Vereinbarung mit der KommEnergie unter Telefon (0 81 41) 22 870 kostenlos für eine Probefahrt ausgeliehen werden. Vor der Fahrt muss der Führerschein vorgelegt werden, außerdem gibt es eine Einweisung. Sollte einmal etwas passieren, ist das Auto mit einer Selbstbeteiligung von 500 Euro vollkasko-versichert.

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