Neue Satzung 

Urnen müssen biologisch abbaubar sein

Puchheim – Auch in Puchheim muss künftig politisch korrekt bestattet werden. Der Stadtrat beschloss jetzt ein Verbot von Grabsteinen, die in ausbeuterischer Kinderarbeit hergestellt wurden.

Außerdem sind jetzt auch an den beiden alten Friedhöfen im Ort und am Bahnhof nur mehr Urnen aus biologisch abbaubarem Material erlaubt. Weitere Neuerung in der Friedhofssatzung: Ein Film- und Fotografierverbot, außer für rein private Zwecke.

Für einige Diskussion hatten zuvor die Änderungsvorschläge von SPD-Fraktionschef Jean-Marie Leone gesorgt. Der hatte sich an der Formulierung in der Verwaltungsvorlage gestört, wonach nur Grabsteine und Einfassungen unzulässig wären, die mithilfe „schlimmster Formen der Kinderarbeit“ hergestellt wurden. Auch etwas weniger schlimme Produktionsumstände wolle man nicht.

Die Lösung fand sich dann in einer Fassung, die nur noch Bezug auf eine Definition von Kinderarbeit der Internationalen Arbeitsorganisation nimmt. Unter deren Dach wurde ein Übereinkommen zur „Verhinderung von Folgen der schlimmsten Kinderarbeit“ geschlossen.

Gegen die Bedenken der Verwaltung setzte Leone auch ein Verwertungsverbot von künftig unzulässigen Aufnahmen auf dem Friedhof durch, das auch Ton-Aufnahmen umfassen soll. Es sei praktisch schon unmöglich, das Fotografieren zu kontrolliere, meinte Martin Lehner vom Ordnungsamt: „Wir haben keinen Friedhofswärter, der Berechtigungskarten ausgibt.“ Aber eine etwaige Weiterverwertung von Fotos oder Filmen sei schon gar nicht Sache einer kommunalen Satzung, die nur das Verhalten auf dem Friedhof regelt. Dennoch stimmte eine Mehrheit für das Verwertungsverbot.

Einmütig wurde dagegen die Bio-Urne beschlossen, die auch dann Verwendung findet, wenn alte Gefäße aus der Urnennische endbestattet werden sollen. Die Aschenreste werden dann von einem Beerdigungsunternehmen für 65 Euro fachgerecht in ein biologisch abbaubares Behältnis umgefüllt.

Eine letzte Änderung betrifft den Schopflach-Friedhof, wo vor fünf Jahren Baumbestattungen eingeführt wurden, die Nachfrage aber so groß war, dass selbst die zehn Nachpflanzungen nicht mehr ausreichen. Darum sollen künftig zwölf statt bisher sechs Urnen ein Gemeinschaftsgrab unter den Bäumen finden.

Rubriklistenbild: © dpa

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