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Frisch vom Grill oder aus der veganen Küche: Auf Volksfesten – zum Beispiel in Puchheim – werden heuer erstmals Gerichte ohne tierische Inhaltsstoffe angeboten

Wirt bietet erstmals Alternative an

Vegane Konkurrenz fürs Volksfest-Hendl

Puchheim/Fürstenfeldbruck - Bohnenstrudel zum Volksfestbier: Festwirt Jochen Mörz und sein Sohn bieten erstmals auf dem Puchheimer und dem Brucker Volksfest eine Alternative für Veganer an.

Tobias Marschall

Tobias Marschall geht nicht gerne auf Volksfeste. Hauptsächlich auch deshalb, weil es dort für ihn kaum etwas zu essen gibt. Der 38-Jährige ist Veganer, nimmt also weder Fleisch noch tierische Produkte zu sich, und ist logischerweise kein Freund von Schweinshaxe, Hendl und Steckerlfisch. Zwar gibt es bereits seit längerem vegetarische Gerichte im Bierzelt, Veganer müssen sich aber immer noch mit Radi und Radieserl begnügen.Doch das soll sich ändern – zumindest auf dem Puchheimer und Brucker Volksfest. „Die vegane Küche ist groß im Kommen. Man muss Alternativen anbieten“, erklärt Andreas Mörz, der Sohn von Festwirt Jochen Mörz. Als Küchenchef ist der 35-Jährige für die Bierzelt-Speisekarte zuständig. Veganer ist er zwar nicht, hat aber natürlich schon das eine oder andere vegane Gericht probiert. Gemeinsam mit seiner Schwester Nadine hatte er die Idee, eine Alternative für Veganer anzubieten.

Andreas Mörz

Doch was sollte auf die Karte? „Das war gar nicht so einfach“, erzählt Mörz. Schließlich sollte es zur bayerischen Küche und zum Festzelt passen. „Und für jeden, der in der Küche arbeitet, muss es machbar sein.“ Herausgekommen ist schließlich ein Bohnenstrudel. Erstmals angeboten wird er heute mit Beginn des Puchheimer Volksfestes.„Es ist ein Experiment“, sagt der Küchenchef. Schließlich wisse man nicht, wie groß die Nachfrage sei. Letztes Jahr hätten nur wenige nach veganer Küche gefragt. „Wenn wir in den zehn Tagen 50 Stück verkaufen, dann ist das gut.“

Auch auf dem Brucker Volksfest wird eine vegane Alternative angeboten. „Und zwar wohl in beiden Zelten“, erklärt Festwirt Jochen Mörz. Da das Brucker Volksfest deutlich größer als das in Puchheim ist, werden voraussichtlich zwei vegane Gerichte auf der Karte stehen. Und auch auf den Volksfesten in Mammendorf und Maisach soll es tierproduktfreie Alternativen geben, erklärt der Festwirt.

Tobias Marschall, der an der Volkshochschule Gröbenzell vegane Kochkurse abhält, begrüßt das. „Ich finde das grundsätzlich gut“, sagt er. Auf dem Münchner Oktoberfest werde das schon längst gemacht. Ob er allerdings extra wegen des Bohnenstrudels aufs Volksfest geht, weiß er noch nicht.

Anders hingegen Puchheims Vize-Bürgermeister Rainer Zöller: „Den werde ich auf jeden Fall probieren.“ Vor fünf, zehn Jahren hätte er noch gesagt, die spinnen, so etwas anzubieten, aber heutzutage sei alles möglich. Auch Bohnenstrudel zum Bier.

von Eva Dobler

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