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Familienfoto mit Kalb (v.l.): Marille, Max, Manuela, Ethel, Stefan, Isabell, Mathias, Klaus und Steffi leben zusammen in einem Haus – und können sich nichts Schöneres vorstellen. 

Auf dem Spieglhof ist immer was los

Vier Generationen unter einem Dach

Weihnachtszeit ist Familienzeit. Von nah und fern reist die Verwandschaft an, um ein paar Tage mit den Liebsten zu verbringen. Bei Familie Spiegl aus Puchheim-Ort ist das nicht nötig. Hier wohnen alle unter einem Dach – insgesamt vier Generationen.

Puchheim-Ort – Langeweile? Nicht für Isabell. Irgendwer hat immer Zeit für die Dreijährige. Und es gibt ja so viel zu entdecken auf dem Spiegl-Hof. Papa Mathias beim Schreinern, Oma Manuela beim Melken, Uropa Max beim Holz machen – bei den Spiegls ist immer etwas los. Und wenn die drei mal keine Zeit haben, gibt es ja immer noch Mama Steffi, Onkel Stefan, Opa Klaus oder Uroma Marille. Die Spiegls sind eine echte Großfamilie – und sie genießen das Zusammenleben von vier Generationen unter einem Dach. „Wir leben miteinander, nicht nebeneinander her“, sagt Manuela Spiegl.

Zusammenhalt wird groß geschrieben auf dem Sagmüller-Hof, so der alte Hofname. Anders würde es auch gar nicht funktionieren. Denn wie jedes andere Unternehmen muss auch ein Bauernhof am Laufen gehalten werden. Freie Tage sind Mangelware mit 50 Milchkühen und 60 Jungrindern. Und auch die 45 Hektar Nutzfläche bewirtschaften sich nicht von selbst. Für das Tagesgeschäft sind Klaus und Manuela mit Sohn Stefan zuständig. Doch gerade wenn die Ernte eingefahren werden muss, helfen alle zusammen.

Das Zusammenleben der Generationen – die Spiegls sehen es als großen Gewinn

Die ganze Sippschaft an einen Tisch zu bekommen, ist trotzdem nicht ganz einfach. Denn zu tun hat eigentlich immer jeder etwas. Außer am Sonntag. Dann wird gemeinsam gegessen. „Da legen wir großen Wert drauf“, so Uroma Marille, die dann auch meistens am – mit Holz befeuerten – Herd steht.

Das Zusammenleben der Generationen – die Spiegls sehen es als großen Gewinn. „Man lernt sehr viel voneinander“, sagt Klaus Spiegl. Die Jungen profitieren von der Erfahrung der Älteren, und die vom „frischen Wind“, den der Nachwuchs auf den Hof bringt. So war es etwa der 26-jährige Mathias, der die Idee einer Milchtankstelle hatte. Und der Schreinermeister hat auch dafür gesorgt, dass seine Oma Marille weiter in ihrem geliebten Garten arbeiten kann – und hat ihr mehrere Hochbeete zusammengezimmert. Sein Bruder Stefan, der den Hof einmal übernehmen soll, hat eine Ausbildung zum Landwirt auf anderen Höfen gemacht. Auch so kamen neue Ideen auf den Hof der Spiegls.

Doch das Zusammenleben birgt auch Herausforderungen. „Geheimnisse zu haben ist nicht ganz einfach, man muss aufpassen wem man was erzählt“, sagt Manuela Spiegl mit einem Augenzwinkern. Und auch bei der Erziehung des Nachwuchses hat jedes Familienmitglied Ratschläge für Mama und Papa.

Weil sie selten Urlaub haben, wollen die Spiegls die rar gesäte freie Zeit optimal nutzen

Zum Glück gibt es im Mehrgenerationenhaus der Spiegls aber ausreichend Platz, um sich zurückzuziehen. Drei große Wohnungen auf drei Etagen – da findet jeder sein ruhiges Plätzchen. „Und natürlich respektiert man auch, wenn einer seine Ruhe haben will“, meint Manuela Spiegl.

Doch so häufig kommt das nicht vor. Eigentlich ist nämlich fast immer etwas los auf dem Hof. Vor allem in der Jugend von Mathias und Stefan ging es oft rund – fast wie auf einem Abenteuerspielplatz. Weil Urlaub für Landwirte mit Tieren eher Mangelware ist, wollen die Spiegls die rar gesäte freie Zeit optimal nutzen. Ein kleiner Pool, ein Quad, ein Go-Kart, ein Partykeller und ein kleines Kino im alten Kuhstall: „Da waren viele schon neidisch“, sagen die Brüder.

Mittlerweile geht es aber wieder gediegener zu auf dem Spieglhof. Vor allem in der staaden Zeit. Auf Weihnachten freuen sich alle. Und einer von ihnen kann gleich doppelt feiern. Familienoberhaupt Max ist ein waschechtes Christkind – und feiert am 24. Dezember seinen 85. Geburtstag.

von Tobias Gehre

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