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Himmel der Bayern: Endlich wieder ein Prosit in Puchheim

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Von: Kathrin Böhmer

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Zur Not wollen sie als Bedienung einspringen: die stellvertretenden Bürgermeister Manfred Sengl (v.l.) und Thomas Hofschuster sowie Rathauschef Norbert Seidl. Auf dem Tisch liegen auch die Goldtaler für Kinder.
Zur Not wollen sie als Bedienung einspringen: die stellvertretenden Bürgermeister Manfred Sengl (v.l.) und Thomas Hofschuster sowie Rathauschef Norbert Seidl. Auf dem Tisch liegen auch die Goldtaler für Kinder. © Weber

Der Countdown läuft: In drei Wochen beginnt das Puchheimer Volksfest. Dann spannt sich wieder der Himmel der Bayern im Bierzelt auf, der kleine Bruder aus dem „Hacker“ auf dem Oktoberfest.

Puchheim – Die Mass ist hier aber deutlich günstiger: Sie kostet 9,80 Euro. Und die Stadt hat noch dazu ein ganz eigenes Anti-Inflations-Programm aufgelegt.

Volksfest ist Lebensfreude. Da muss man gar nicht bis in drei Wochen warten, das sieht man schon bei der traditionellen Pressekonferenz vorab. Drei strahlende Bürgermeister mit Bier, Brezn, Brotzeit und Blasmusik. So soll es sein. Wenn auch ein paar Wochen später als normal. Und das Trio lässt sich nun nicht mehr aufhalten: Zur Not springen die Bürgermeister sogar als Bedienungen ein, versprechen sie.

Volksfest Puchheim: Ansturm aufs erste Wochenende im Zelt

Die Motivation ist jedenfalls riesig. „Jetzt sind wir schon ein bisschen kribbelig. Jetzt sind wir in der Volksfestspur“, sagte Rathauschef Norbert Seidl (SPD) am Donnerstag. Zwei Jahre lang konnte man pandemiebedingt nichts machen, musste sogar fertige Plakate in die Tonne werfen. Corona ist auch der ungewöhnlich späte Termin zu verdanken: Ab 24. Juni können sich endlich wieder alle zehn Tage lang auf dem Volksfestplatz treffen. Die Senioren kommen zur besten Kuchenzeit, die jugendlicheren Besucher, um Party zu machen.

Und so, wie es derzeit aussieht, zeichnet sich auch in Puchheim ein Trend ab: Die Menschen sind hungrig danach. „In der Tendenz ist mehr los als 2019“, erklärte Harry Stadlmayer, Vertreter der Hacker-Brauerei. Die Rückmeldungen aus Fürstenfeldbruck lauten ähnlich, bestätigte Seidl. Festwirt Jochen Mörz konnte selbst nicht an der Pressekonferenz teilnehmen. Das erste Wochenende in Puchheim sei ab Anstich um 18 Uhr schon ziemlich ausgebucht. 1500 Plätze gibt es im Festzelt, um die 600 im Biergarten (der jetzt eine bessere Alternative sei als zum Frühjahrstermin bei Schneefall). Es sollen auch noch Plätze für Kurzentschlossene freigehalten werden, versprach Rathauschef Seidl.

Volksfest Puchheim: Werbung noch nötig?

Werbung ist somit eigentlich gar nicht mehr nötig und doch gerät Volksfestreferent und Dritter Bürgermeister Thomas Hofschuster fast ein wenig ins Schwärmen. „Wir haben wieder den Himmel der Bayern.“ Den kenne jeder vom berühmten Hacker-Zelt auf dem Oktoberfest. „Und wir haben ihn in Klein bei uns“, sagt er stolz.

Der Bierpreis ist dabei deutlich überschaubarer als bei der Massenveranstaltung in der Landeshauptstadt. Die Mass Hacker-Pschorr kostet 9,80 Euro, Auf dem Oktoberfest könnten es fast 15 Euro werden (siehe Kasten).

Alles wird teurer, in Bayern spricht man mittlerweile schon von über zehn Prozent Preissteigerung: In Puchheim gibt es deshalb ein Anti-Inflationsprogamm beim Volksfest, wie es Rathauschef Seidl scherzhaft nennt. Dies richtet sich vor allem an Kinder. Deren Eltern können elf Goldtaler zum Preis von zehn Euro erwerben. Ein Goldtaler ist ein Euro wert und die Kinder können ihn bei den Schaustellern einlösen.

Wer konkret da sein wird, ist aufgrund des verschobenen Termins etwas schwierig zu sagen, so Hofschuster. Das gelte vor allem für die Karusselle. In jedem Fall gibt es aber ein Kinderkarussell, einen Autoscooter, einen Kettenflieger und die „Kernmannschaft“: Schießbude, Enten angeln und Trollmanns Süßwaren.

Volksfest Puchheim: Verschärfte Regeln für Jugendliche

Das Programm (www.auftakt-puchheim.de) ist altbewährt. Beim Festzug (25. Juni, 13.30 Uhr, bislang rund 200 angemeldete Teilnehmer) wird diesmal eine Bühne am Bahnhof, also am Startpunkt, aufgebaut. Die Strecke über Lochhauser- und Birkenstraße zur Bürgermeister-Ertl-Straße bleibt wie gehabt. Zur Sicherheit werden allerdings diesmal weniger Polizisten zur Verfügung stehen wegen des G7-Gipfels. „Kein Problem, wir können das mit Sicherheitskräften überbrücken“, betont Volksfestreferent Hofschuster.

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Apropos Sicherheit. Immer wieder war der immense Alkolkonsum von Jugendlichen rund ums Volksfest in den vergangenen Jahren ein Thema. Die Stadt hat deshalb wieder eine Alkoholverbotszone eingerichtet, die unter anderem die Sportanlagen hinter dem Volksfestplatz betrifft. Damit will man auch das Problem von Glasscherben in den Griff kriegen.

Eine friedliche Wiesn in Puchheim ist somit vorbereitet, mit dem üblichen Feuerwerk, diesmal im sommerlichen Abendhimmel. Und sollte Festwirt Mörz das Personal in diesen schwierigen Zeiten ausgehen, gibt es eine echte Neuheit: Drei Bürgermeister beim Krüge-Balancieren. Referent Hofschuster meint mit einem Augenzwinkern. „Da müssen die Gäste dann aber bitte wirklich Geduld mitbringen.“

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Das kostet die Mass Bier auf den Volksfesten in der Region

Augsburger Osterplärrer (war schon): 10,30-10,50 Euro

Brucker Volksfest (war schon): 9,80 Euro

Frühlingsfest München (war schon): 11,90-12,80 Euro

Volksfest Gmund am Tegernsee (war schon): 9,80 Euro

Frühlingsfest Großkarolinenfeld (war schon): 9,80 Euro

Grandauer Volksfest Grafing (war schon): 10,30 Euro

Volksfest Mammendorf (war schon): 9,80 Euro

Wasserburger Frühlingsfest, 25. Mai-6. Juni: 10,30 Euro (30 Cent für Ukraine)

Lohhofer Volksfest, Unterschleißheim, 3.-12. Juni: 8,80 Euro

Volksfest Olching (10-19. Juni): 9,60 Euro

Volksfest Vaterstetten, (15.-21. Juni): voraussichtlich 9,80 Euro laut Festwirt

Gäubodenfest Straubing, 12.-22. August: 11,30 Euro

Volksfest Ebersberg, 12.-22. August: 10,30 Euro

Dachauer Volksfest, 13.-22. August: 8,60 Euro

Oktoberfest München, 17. September bis 3. Oktober: 13,60-14,90 Euro

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