Stammstrecke in Richtung Osten blockiert: Ausfälle und Verzögerungen bei der S-Bahn

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Gericht 

Weil sie mit dem Radl stürzte: Frau (64) verklagt Stadt Puchheim

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Ein Radlsturz im Winter 2013 beschäftigt derzeit das Landgericht München II. Eine 64-jährige Apothekerin aus Eichenau hat die Stadt Puchheim auf die Zahlung von 15 000 Euro Schmerzensgeld und Schadenersatz verklagt.

Puchheim – Sie war mit ihrem Fahrrad in der S-Bahn-Unterführung so schwer gestürzt, dass sie einen Trümmerbruch im Oberarm erlitt.

Ihrer Ansicht nach war die Stelle nicht ausreichend geräumt gewesen. Als Zeugin sagte sie aus, sie sei an besagtem Januarmorgen vorsichtig in die Unterführung eingefahren. Bis zehn Uhr hätte es geschneit. Um 10:50 Uhr hätte sie sich aufgemacht. Ihre Rechtsansprüche als Klägerin hatte sie an ihre Tochter abgetreten, um selber als Zeugin auftreten zu können – ein rein juristisches Vorgehen.

Der Vertreter des von der Stadt Puchheim beauftragten Räumdienstes schilderte die Schneesituation komplett anders. Er habe vorsorglich in der Früh die Unterführung gesalzen, sagte er. Räumen musste er nicht, weil kein Schnee lag.

Räumdienstler schläft aus Angst schlecht

Aus seiner Sicht fing es erst um 11 Uhr an zu schneien. Daraufhin rückte er mit seinem „Kommunal-Traktor“ aus. Die gestürzte Radlerin sah er nicht. Vor Gericht zeigte er sich als verantwortungsbewusster Räumdienstler. „Ich schlafe manchmal nachts nicht, aus Angst davor, dass so etwas passiert“, sagte er. Unter Kollegen sei er dafür verschrieen, dass er aus reiner Vorsorge zu viel Salz streue. Den Vorwurf, dass er erst seit dem Unfall ordentlich seinen Dienst verrichte, bestritt er vehement. An die von der Klägerin angesprochene „festgetretene Altschneedecke“ hatte er keine spezielle Erinnerung. „So etwas gibt es nicht bei mir“, behauptete er.

Richter drängt auf eine Einigung

Der Richter versuchte vergeblich, beide Parteien zu einer gütlichen Einigung zu bewegen. Er wies auf die Risiken hin, die beide Seiten zu tragen hätten, was die Frage der Haftung oder des Mitverschuldens aber auch der Kostenübernahme für ein mögliches Gutachten betreffen würde. Es gibt nämlich bislang keine eindeutige Rechtssprechung.

Der Bundesgerichtshof jedenfalls hat sich zum Thema Räumpflicht auf Radwegen bislang nicht allzu deutlich geäußert. Trotzdem bestanden Kläger und Beklagte auf ein Urteil. Der Prozess dauert an. Angela Walser

Rubriklistenbild: © dpa

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