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Anlässlich des Jubiläums haben Künstler aus beiden Kommunen eine Ausstellung konzipiert. Interessierte konnten den finnischen Tango lerne, Finnen das Jodeln.

Puchheim und Salo feiern zehn Jahre Partnerschaft

Wenn Finnen jodeln und Gummistiefel zum Kunstwerk werden

Was ist einfacher? Als Deutscher finnischen Tango zu tanzen oder als Finne zu jodeln? Beim Festnachmittag des Deutsch-Finnischen Clubs Puchheim zum zehnjährigen Bestehen fiel die Antwort nicht schwer.

eim Festabend wurde sich ins Goldene Buch der Stadt eingetragen. Das Bild zeigt Bürgermeister Norbert Seidl und seinen finnischen Kollegen Lauri Inna. Dahinter Alt-Bürgermeister Herbert Kränzlein und Peter Groß, Bürgermeister von Attnang-Puchheim.

Puchheim – Rund 30 Menschen schwebten unter Anleitung eines finnischstämmigen Tanzlehrers bei der Tango-Einführung mehr oder weniger gekonnt übers Parkett, während beim Jodel-Kurs nur die Einheimischen aus sich herausgingen.

An mangelnder Textsicherheit kann es nicht gelegen haben, denn ein „Trije–holerreijaho“ könnte auch ein Besucher aus dem hohen Norden herausbringen. Aber die drei jungen Damen, die vorher noch zwei Ständchen aus ihrer Heimat vorgetragen hatten, lächelten nur vielsagend. Und Terhika Lehtunen, in der Partnerstadt Salo für die internationalen Beziehungen verantwortlich, fand auch eine Erklärung für solche Zurückhaltung: „Wir sind eben so schüchtern.“

Weniger scheu waren die deutschen Tänzer. Zwar soll der ursprünglich argentinische Tango in Finnland so vereinfacht worden sein, „dass ihn auch Männer tanzen können,“ wie Lehrmeister Rolf Kajanne erläuterte, dennoch herrschte auf dem Parkett ein deutlicher Frauenüberschuss.

Johanna und Elisa standen dem finnischen Tanz eher skeptisch gegenüber.

„Totalen Spaß“ hatte immerhin Andreas bei seinem ersten Tanzversuch überhaupt, während seine Partnerin Angelika betonte, dass man schon „gute Zehen“ brauche. Von einem „unaufgeregten Schaukeln“ und einer „subtileren Erotik“ als vielleicht in der südamerikanischen Heimat des Tangos üblich, sprach Marion, die sich zunächst allein an den ungewohnten Schritten versuchte. Bei Johanna und Elisa, vorher mit der Kindertanzgruppe des Gröbenzeller Trachtenvereins auf der Bühne, klang die Begeisterung nach dem Selbstversuch dagegen ein wenig verhalten.

Sehr viel mehr finnische Musik – A-Capella-Sextett, Bariton und Chor – und die Ansprachen der beiden Bürgermeister hörten die Gäste dann beim offiziellen Teil am Abend, mit dem die beiden Städte ihre zehnjährige Partnerschaft feierten. Der neu gewählte Rathauschef von Salo, Lauri Inna, erzählte von seinen „ersten internationalen Gästen“, einer Delegation aus Puchheim, und würdigte eine „aktive Partnerschaft“, die nicht allein von förmlichen Begegnungen lebe.

„Salo ist in unseren Herzen und Köpfen verankert,“ versicherte sein Puchheimer Kollege Norbert Seidl (SPD). Und er freue sich auf die „nächsten Dekaden dieser Geschichte“.

von Olf Paschen

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