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Wo soll die Stadt Puchheim ihr Geld anlegen? Mit dieser Frage haben sich nun die Mitglieder des Finanzausschusses im Stadtrat beschäftigt.

Kreditinstitut oder Privatbank

Wo Puchheim sein Geld anlegen soll

Viele Kommunen im Landkreis Fürstenfeldbruck haben solche Sorgen nicht, aber auch ein Luxusproblem kann für Diskussionsstoff sorgen: Wo soll die Stadt Puchheim ihr Geld anlegen? Mit dieser Frage haben sich nun die Mitglieder des Finanzausschusses im Stadtrat beschäftigt.

Puchheim - Im Raum stehen nahe Kreditinstitute, die kaum noch Zinsen zahlen, und Privatbanken. Bei diesen scheint das eingezahlte Kapital aber nicht mehr so sicher wie früher.

Die Verwaltung, so das Ergebnis der Debatte, soll im kommenden halben Jahr einen sogenannten Anlagerahmen vorlegen. Aus diesem soll ersichtlich werden, nach welchen Kriterien die Bonität von Geldhäusern beurteilt werden kann.

Hintergrund ist eine Entscheidung des Bankenverbandes, Städte und Gemeinden nicht mehr in den Einlagensicherungsfonds aufzunehmen. Anders als kleine Sparer, die bei einer Bank-Pleite wenigstens ihr Geld wiedersehen, gelten die Kommunen jetzt als institutionelle, also professionelle, Anleger, die ihr Risiko einschätzen können. Im Extremfallen gehen sie leer aus.

Für eine Stadt wie Puchheim bieten sich deswegen zwei Alternativen: Das Geld bei Genossenschaftsbanken und Sparkassen, die immer noch für das Kapital garantieren können, parken und womöglich bald Strafzinsen, sogenannte „Verwahrentgelte“ zahlen. Oder auf den höheren Ertrag bauen und damit aber gleichzeitig das höhere Wagnis in Kauf nehmen. Derzeit bekommt die Stadt bei ihren gestreuten Anlagen im Schnitt noch 1,2 Cent pro Euro. Stadtrats-Finanzreferent Jean-Marie Leone (SPD) sah zwar auch eine „Rendite-Notwendigkeit“. Er fragte sich aber auch, welches Signal die Stadt aussende, wenn sie ihr Kapital von öffentlich-rechtlichen Banken, immerhin den „Stabilitäsankern“ der deutschen Finanzwirtschaft, abziehe. Gerade Volks- und Raiffeisenbanken und Sparkassen müssten derzeit fusionieren und Filialen schließen. „Wir würden den Druck nur erhöhen,“ sagte Leone.

Manfred Sengl (Grüne) zweifelte, ob Wertungen über das Geschäftsgebaren und die Seriosität von privaten Banken der Puchheimer Kämmerei wirklich weiterhelfen könnten. Auch Commerzbank oder Bayerische Landesbank hätten vor der Finanzkrise beste Rating-Noten bekommen.

Stadtkämmerer Harald Heitmeir dagegen verwies darauf, dass die örtlichen Banken nicht sonderlich an Einlagen aus Puchheim interessiert seien: „Die mögen zwar jammern, aber die brauchen kein Geld.“ Zwar wird die Stadt ihr letztes Girokonto bei einer Privatbank auflösen. Die „Geschäftsbeziehungen“ mit der Sparkasse seien sogar deutlich verstärkt worden, auch als Kreditgeber. Und falls Puchheim einmal Kapital benötige, seien die Kreditinstitute im Landkreis willkommen.

Dennoch sagt Heitmeir: „Es kann nicht sein, dass wir Teile des jahrelang angesparten Vermögens durch Verwahrgeld vernichten.“ Wahrscheinlich wird das Puchheimer Luxusproblem angesichts der geplanten Großinvestitionen aber auch kleiner: „Zur Zeit brauchen wir viel Geld,“ meinte Heitmeir. 


von Olf Paschen 

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