Haltestelle
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Die Information an Bushaltestellen soll in Puchheim in Zukunft besser sein.

Beschlossene Sache

Puchheim: Zwei neue Anzeigetafeln mit Fahrplan in Echtzeit

Bus-Fahrgäste sollen in Puchheim künftig auf beiden Seiten des Bahnhofs auf einen Blick erkennen können, wann sie die nächste Verbindung haben.

Puchheim - Der zuständige Fachausschuss des Puchheimer Stadtrats entschied sich jetzt für die Anschaffung zweier stationärer Anzeigetafeln, die direkt an der Bushaltestelle (Nordseite) und neben der künftigen Fahrradabstell-Anlage (Südseite) montiert werden.

Die 1,50 Meter hohen und zwei Meter breiten Displays sind Teil des „Dynamischen Fahrgastinformationssystems“ für den MVV-Regionalverkehr.

Die Fahrgäste werden über die aktuelle Uhrzeit sowie die fahrplanmäßige (und die tatsächliche) Abfahrtszeit informiert, außerdem können Störungshinweise angezeigt werden. Die Installationskosten von rund 60 000 Euro werden zwar zu 80 Prozent bezuschusst, allerdings muss die Stadt erhebliche Strom- und Unterhaltskosten selbst tragen. Gerechnet wird mit einem jährlichen Betrag von an die 10 000 Euro.

Im zuständigen Ausschuss für städtische Bauten meldete vor allem die CSU Zweifel an der Sinnhaftigkeit der Investition an. Schon heute gebe es ähnliche Informationen auf der MVV-App, man könne auch „ganz einfach Leute fragen“, wo und wann der nächste Bus starte, meinte Sonja Strobl-Viehhauser. „Wenn der Bus da ist, ist er da. Wenn nicht, muss ich halt auf den nächsten warten“, fand ihr Fraktionskollege Thomas Hofschuster.

Für die Neuerung spricht nach Ansicht der Verwaltung aber unter anderem die Tatsache, dass die Informationen schon aus größerer Entfernung erkennbar sind. So könne man sich möglicherweise einen Spurt zur Haltestelle sparen, wenn sich die Abfahrt entgegen dem Fahrplan verzögere.

Josef Ehrensberger (SPD) sah einen weiteren Vorteil: Angesichts der Echtzeit-Daten könnten manche Nutzer auch entscheiden, zwei oder drei Haltestellen weit lieber zu Fuß zu gehen, als auf den Bus zu warten.

Ein Vorteil des neuen Systems ist unbestritten: Wer einen großen gelben Schalter unter dem Display drückt, bekommt die angezeigten Infos auch als gesprochenen Text. „Ein zusätzlicher Komfort für Sehbehinderte wäre Schritt eins in Richtung barrierefreier Bahnhof“, sagte Michael Peukert (FW). „Das würde uns nicht so schlecht anstehen.“

Die ursprünglich vorgesehene dritte Fahrgast-Information, in der Bahn-Unterführung, wurde mehrheitlich abgelehnt. Der Probebetrieb in Puchheim soll voraussichtlich im kommenden August starten. Abfahrts- und Ankunftszeiten der S-Bahnen können wegen unterschiedlicher Datensysteme von Bahn und MVV vorerst noch nicht angezeigt werden.

op

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