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Traumziele in der Ferne: Puchheims Grundschulrektorin Ehm wird die Heimat erst einmal verlassen. 

Rosmarie Ehm von der Grundschule Süd geht in Ruhestand

Die Rektorin ist jetzt reif für die Insel

Fast ein Vierteljahrhundert war Rosmarie Ehm als Lehrerin, Konrektorin und zuletzt Rektorin an der Grundschule Süd in Puchheim tätig. Doch jetzt ist Schluss. Die 65-Jährige geht EndeFebruar in den Ruhestand.

Puchheim – Einmal Hawaii sehen. Über diesen Traum sagt Rosmarie Ehm, die auch im Puchheimer Stadtrat sitzt: „Ich habe immer gedacht, ich komme nie dort hin, obwohl es schon cool wäre.“ Doch nun rückt das große Ziel näher. Möglich macht es eine familiäre Entwicklung, „die zu keinem günstigeren Zeitpunkt hätte kommen können“, wie Ehm sagt.

Die Schulrektorin, die am 16. März ihren 66. Geburtstag feiert, geht in den Ruhestand. Gleichzeitig beginnt ihre Tochter eine Arbeit im US-Bundesstaat Kalifornien. Die Zeit, die Ehm als Rentnerin zur Verfügung steht, will sie größtenteils erst einmal mit ihrer Tochter in den USA verbringen. „Dort bin ich ja schon nah dran an Hawaii“, sagt Ehm. Ein Flug auf die Insel ihrer Träume ist wohl nur noch Formsache. „Ich will mir natürlich den einen oder anderen Vulkan anschauen“, sagt sie. Ob sie es auf den noch aktiven Kilauea schafft, um zwischen den Lavaströmen zu spazieren, lässt sie offen. Fit genug fühlt sie sich für das Abenteuer aber noch – was nicht zuletzt an ihrem Berufsleben liegt. Die Arbeit mit den Kindern mache unheimlich viel Spaß und halte zudem jung. „In einem anderen Beruf wäre ich wahrscheinlich schon 100 Jahre älter“, sagt sie und lacht.

Seit 1980 lebt Ehm in Puchheim. Von 1988 bis 1991 war sie Lehrerin an der Schule am Gernerplatz. Seit 1994 ist die Mutter dreier Kinder in der Grundschule Süd. Dass sie dort den Weg von der Lehrerin bis zur Rektorin durchschritt, sieht sie als großen Vorteil: „Ich habe praktisch die ganze Entwicklung an der Schule mitgemacht.“ Dabei habe sie immer ein schönes Arbeiten vorgefunden. „Ich habe sonst keine Schule erlebt, an der man so viel positive Rückmeldungen von Eltern und Schülern bekommt.“ Rund 370 Kinder aus 50 Nationen finden sich in der Grundschule wieder. Gerade der kulturelle Mix funktioniere gut, betont Ehm. „Unsere Kinder sind untereinander sehr tolerant.“ Das sei eine gute Vorbereitung auf die Arbeitswelt, in der man heutzutage oft internationale Kontakte pflegen müsse. „Unsere Kinder schaffen das einmal“, sagt Ehm.

Ihrem schulischen Nachfolger hinterlässt die Puchheimerin damit ein bestelltes Feld. In der Kommunalpolitik will sie noch aktiv bleiben. Dazu wird sie zwischen Kalifornien und Puchheim pendeln, sofern es möglich ist. „Ich verpasse nur eine Stadtratssitzung“, sagt sie. Im Ruhestand will sie sich vor allem als Sozialreferentin noch intensiver einbringen, als sie es bislang ohnehin schon getan hat. Und auch sonst wird Ehm wohl nicht langweilig werden. „Ich will Projekte beim Kinderschutzbund anschieben, bin beim Altenclub in der Kirche aktiv und würde bei Engpässen an der Schule auch noch aushelfen“, sagt sie. Außerdem hat sie zwei Enkelkinder bei Offenburg, die sie bislang nur alle paar Wochen gesehen hat. „Dort will ich auch mehr Zeit verbringen.“ Daneben fordern zwei Hasen und der Garten ihre Aufmerksamkeit.

Jetzt stehen aber zunächst ihre letzten Schultage an. „Ich hätte nicht gedacht, dass es so viel Arbeit macht, das Büro zu räumen“, sagt sie. Am liebsten hätte sie an ihrem Geburtstag am 16. März ihren letzten Arbeitstag gefeiert. „Als Lehrer muss man aber entweder zum Jahresende oder zum Halbjahr aufhören.“ Und so wird der 23. Februar ihr letzter Tag werden. Viel Zeit für Wehmut bleibt ihr danach aber nicht. Bereits in der ersten Märzwoche geht es Richtung Kalifornien – und damit ganz in die Nähe ihres Traumziels Hawaii. Andreas Daschner

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