„Combat 18“: Seehofer mit radikaler Entscheidung - Razzien in mehreren Bundesländern

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Der Bauausschuss des Stadtrats hat ein weiteres zentrales Asylbewerberheim im Gewerbegebiet Nord einstimmig abgelehnt.

An der Benzstraße

Puchheim sagt nein zu weiterem Asylheim

Puchheim – Der Bauausschuss des Stadtrats hat ein weiteres zentrales Asylbewerberheim im Gewerbegebiet Nord einstimmig abgelehnt.

Einer der Eigentümer eines Grundstücks an der Benzstraße wollte aus einer bisherigen Halle eine Gemeinschaftsunterkunft für 140 Flüchtlinge machen und hatte daher eine Bauvoranfrage eingereicht. Weder seien hier gesunde Wohnverhältnisse gegeben, noch die Sicherheit gewährleistet, hatte schon die Verwaltung angemerkt. Auch die eigentlich erwünschte Teilhabe der Migranten am gesellschaftlichen Leben sei dort kaum möglich.

Im Ausschuss sprachen sich alle Fraktionen gegen das Vorhaben aus. Nicht alle Unterkünfte müssten in ein- und dieselbe Gegend gepfercht werden, meinte Christine Eger (CSU). Zumal die Benzstraße mit Spielhalle und Swinger-Club auch nicht das angemessene Umfeld sei. Man habe genug damit zu tun, die bisherigen Flüchtlinge zu integrieren, fand Lydia Winberger (Grüne): „Noch mal so etwas Großes überfordert uns.“ Auch den Bürgern sei eine weitere Unterkunft in unmittelbarer Nähe zum Haus 4 in der Siemensstraße nicht zuzumuten, glaubte Michael Burkhart (FW).

Alt-Bürgermeister Erich Pürkner (CSU) schloss sich den „begründeten Bedenken“ an. Er habe sich anfangs ein Koppelgeschäft mit dem Landkreis gewünscht: Puchheim genehmigt eine weitere große Unterkunft, dafür räumt der Kreis bis Ostern die beschlagnahmten Turnhallen. Das jetzt vorgesehene Gebäude sei aber höchstens als Lager geeignet, nicht als „menschliche Behausung“.

Auf dem 1100-Quadratmeter-Grundstück stand früher eine Fensterfabrik, derzeit beherbergt das Gebäude eine Stretchlimousinen-Vermietung. Im Gegensatz zur Siemensstraße, wo bis zu 160 Asylbewerber drei Mal soviel Fläche zur Verfügung haben, fehlt es auch an allen Grünflächen. Durch das Asylverfahren-Beschleunigungsgesetz ist der Umbau von Gewerbebetrieben in Flüchtlingsheime grundsätzlich möglich. Allerdings muss die neue Nutzung unter Würdigung nachbarschaftlicher Interessen mit öffentlichen Belangen vereinbar sein.

Zwei Tage vor der Sitzung war bekannt geworden, dass der Landkreis in Puchheim-Ort ein Wohnhaus angemietet hat, um dort rund 30 weitere Flüchtlinge unterzubringen. (op)

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