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Selbst angebauten Gurken, Tomaten und vieles mehr – all das soll für die Puchheimer 2016 Wirklichkeit werden.

Konzept vorgestellt

Puchheim wird zur essbaren Stadt

Puchheim - Selbst angebauten Kohlrabi aus dem Beet ausgraben, Beeren von den Sträuchern pflücken, Kräuter ziehen und Äpfel sammeln – all das soll für die Puchheimer 2016 Wirklichkeit werden.

Ein umfangreiches Konzept, wie die Idee von der „Essbaren Stadt“ konkret umgesetzt werden könnte, hat Monika Dufner vom Umweltamt dem Planungsausschuss des Stadtrats vorgestellt. Der Katalog reicht von eigentlich kleinen „Big Bags“, bepflanzten Transportsäcken, die überall in Puchheim aufgestellt werden könnten, bis zur 5000 Quadratmeter großen Streuobstwiese.

Das Angebot umfasst sowohl die von der Stadt zur Verfügung gestellte Sträucher-Anpflanzung, in der man sich nur noch bedienen muss, als auch den Bürgeracker, wo die Hobby-Gartler von der Aussaat bis zur Ernete selbst Hand anlegen.

Erste essbare Stadt in der Bundesrepublik ist das rheinische Andernach. Nachdem der dortige Bürgermeister das Konzept in Puchheim vorgestellt hatte, beantragten SPD, Grüne und ubp, einen solchen Versuch auch hier vor Ort zu wagen.

Für das Projekt spricht einiges: Die lokale, ökologische Obst- und Gemüse-Produktion dient dem Klimaschutz. Kinder lernen, wie Nahrungsmittel entstehen, Erwachsene lernen, ihren Wert wieder mehr zu schätzen. Nicht zuletzt dient es auch der Integration: Gerade gartenlose Hochhaus-Bewohner könnten sich stärker mit ihrer Stadt identifizieren.

Die Vorbereitungsgruppe hat eine ganze Reihe von geeigneten Flächen ausgesucht. Beerensträucher könnten beispielsweise hinter dem Haus Elisabeth gepflanzt werden, wo die Senioren gewöhnlich spazieren gehen. Ein Landwirt würde zwischen beiden Stadtteilen einen Acker mit Gemüse bepflanzen, der dann – gegen Bezahlung – abgeerntet werden darf.

Gratis für die Nutzer wäre der Bürgergarten hinter der Drogerie am Bahnhof, wo auch Wein wachsen könnte, und vor allem der Bürgeracker, möglicherweise am Kleinen Ascherbach. Hier könnte es neben den eigenbewirtschafteten Parzellen einen Gemeinschaftsgarten mit Sitzmöglichkeiten und Gelegenheit zum Austausch geben. Eine 5000-Quadratmeter-Fläche der Stadt könnte zudem als Streuobstwiese dienen, auf der zu besonderen Anlässen Geburts- oder Hochzeitsbäumchen gesetzt werden dürfen. Die ersten Sträucher könnten schon in diesem Winter gepflanzt werden, das weitere Vorgehen soll dann in einer großen Auftaktveranstaltung mit möglichst vielen Beteiligten im Februar besprochen werden.

Mit ins Boot sollen Obst- und Gartenbauverein, Firmen-Sponsoren, aber auch Schulen, die wie die Schule Süd eigene, vergleichbare Projekte planen. Schließlich wird das gesamte Projekt wissenschaftlich begleitet. Zur Vorbereitung der Vorlesung „Lebensweltanalyse“ werden Studenten der Hochschule München die „Essbare Stadt“ mittels Umfragen und Interviews in Puchheim untersuchen. Die „Essbare Stadt“ heißt dann vielleicht schon anders: Ein gelungenerer Name für das Projekt wird noch gesucht. (op)

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