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Hilft sich selbst: Hartwig Hammerschmidt hat ein Warnschild an seinem Fahrrad-Korb angebracht. 

Beim ADFC-Stammtisch 

Radler sorgen sich um ihre Sicherheit

Germeringer Fahrradfahrer sind unzufrieden mit der Verkehrssituation in der Stadt. An einigen Stellen fürchten viele um ihre Sicherheit. Einer nennt die Bahnhofstraße gar eine „Todesstrecke“.

Germering – Wenn Sepp Zeidler die Otto-Wagner-Straße entlang radelt, muss er höllisch aufpassen. Es reiche nicht aus, nur auf den fließenden Verkehr zu achten. Zeidler beschreibt die Situation so: „Du fährst ruhig dahin und dann stößt plötzlich einer aus der Parklücke.“ Man müsse also auch darauf achten, ob ein Autofahrer den Rückwärtsgang eingelegt habe. „Es ist Glück, dass mir noch nichts passiert ist“, sagt er.

Der Germeringer erzählt diese Geschichte beim Stammtisch des Germeringer Ortsverbandes des Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Clubs (ADFC) im Restaurant „Schmelzers“ im Freibad Unterpfaffenhofen. Die Anwesenden sind sich einig: Verbesserungswürdig ist nicht nur das Radwegenetz in Germering an sich, sondern auch die Rücksichtnahme der anderen Verkehrsteilnehmer auf die Radfahrer. Etliche Straßenzüge sind höchst problematisch.

Doch so mancher Radler weiß sich selbst zu helfen: Germerings ADFC-Sprecher Hartwig Hammerschmidt etwa. Er präsentiert Lösungsmöglichkeiten, wie Gefahrenmomente zumindest reduziert werden können. Am Gepäckträger seines E-Bikes hat er eine Art Verkehrsschild in weißer Farbe angebracht. „Gib Radfahrern 1,5 Meter!“ steht darauf gut lesbar. „Wenn Autofahrer hinter mir stehen, nehmen sie das schon wahr“, sagt Hammerschmidt. Begegnen die Autofahrer im Straßenverkehr später wieder so einem Schild, würden sie es auch unbewusst wahrnehmen und viel vorsichtiger fahren.

Thomas Wieser ist der Fahrradbeauftragte der Großen Kreisstadt. Auch er sitzt beim Radler-Stammtisch. An den Straßen an sich und ihrer Situierung könne man wenig ändern, sagt er. Wie berichtet, prüft derzeit ein Verkehrsinstitut, ob sich die West-Ost-Route entlang der Wiesen-, Frühling-, Südend-, Eisenbahn- und Stegmairstraße als Fahrradstraße eignet. Zudem werden innerstädtische Problempunkte untersucht, darunter die Kreuzung zur Unteren Bahnhofstraße oder der Kreisverkehr an der Salzstraße, wo Radfahrer keine Vorfahrt haben.

Das in Auftrag gegebene Gutachten könne ein Signal für die Verbesserung der Fahrradsituation sein, sagt Wieser. Mehr als notwendig sei das, meint man auch beim Radlertreff im „Schmelzers“. Ein Radler bezeichnet die Untere Bahnhofstraße gar als „Todesstrecke für Radfahrer“. In diesem Zusammenhang kritisieren einige am ADFC-Stammtisch den Umweltbeirat. Es sei kurios, dass gerade dieses Gremium zum Beispiel am Germedicum mehr statt weniger Stellplätze fordere. Autos müssten eigentlich reduziert werden, hieß es aus der Runde.

Ebenso im Fokus stehen bei den Radfahrern die parkenden Lastkraftwagen, die an manchen Straßenzügen das Bild prägen und als Behinderung empfunden werden. Dies gilt ebenso für viele Autos, die trotz vorhandenem Stellplatz auf der Straße geparkt werden. „Das ist halt bequem, wenn man schnell wieder wegfahren will“, sagt Wieser. Mit einem Schmunzeln informiert er aber die Radlerrunde, dass es durchaus genügend Parkplätze gebe. „Das merkt man in der Freinacht. Da holt jeder gern sein Auto von der Straße.“

Auf die Schnelle lässt sich wohl an der Situation für Radfahrer nichts ändern. Das weiß auch Sepp Zeidler. Wenn er die Otto-Wagner-Straße entlang fährt und es gefährlich wird, dann, sagt er, weiche er bisweilen auf den Gehweg aus. (hk)

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