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Radu-Anton Maier macht Sonderausstellung zum 80. Geburtstag

Fürstenfeldbruck - Farbintensive, symbolistische Acryl-Öl-Bilder schafft Radu. Bedrohung, Gesellschaftskritik und Endzeit-Szenarien durchdringen das Werk des in Rumänien geborenen Brucker Künstlers.

Sogar in den Blumen und Landschaftsbildern von Radu-Anton Maier, genannt Radu, der seine Werke in einer Retrospektive zu seinem 80. Geburtstag im Rumänischen Konsulat in München zeigt, sind Bedrohung, Tod und Angst präsent. Dekorative Kunst, die die Realität abbildet? Das ist ihm ein Graus. Radus Maxime: Ein Künstler muss die Welt so darstellen, wie sie sein könnte oder wie sie nie werden soll, aber niemals, wie sie ist. "Ich will aufmerksam machen, dass die Katastrophe schon sehr nah ist.“ Sein Venedig-Zyklus etwa zeigt die Lagunenstadt nicht nur vom Untergang bedroht. Es finden sich auch Hinweise auf eine nukleare Katastrophe. Diese Endzeitszenarien kehren auch in den Landschaftsbildern wieder. Auch Gesellschaftskritik durchdringt fast jedes seiner symbolistischen Bilder.

Das war aber nicht immer so. Zu Beginn seiner Karriere war Kritik am System undenkbar. Radu stammt aus Siebenbürgen. Ab 1956 studierte er an der Kunstakademie seiner Heimatstadt Klausenburg und war bedacht, kein Tabu des Sozialistischen Realismus zu verletzen. Trotzdem kam es Ende der 1960er-Jahre zum Konflikt: Ein 40 Quadratmeter großes Fresko, das der Künstler im Auftrag eines Kinos gemalt hatte, wurde in der Nacht vor der Eröffnung übermalt. „Man hat mir vorgeworfen, es wäre dekadent, pornografisch und klassenfeindlich“, erinnert er sich. Aus Protest verließ er sein Heimatland endgültig. Erst 1990, nach dem Zusammenbruch des Sozialismus, nahm er die Beziehungen zu Rumänien wieder auf. Mittlerweile ist er Ehrenbürger seiner Heimatstadt, zudem pflegt er den Austausch mit Künstlern aus Siebenbürgen.

Dennoch wirkt die staatliche Willkür, die er in jungen Jahren erfahren hat, bis heute nach. Etwa in seinem Bild „Prophet“. Es zeigt einen Kopf ohne Augen, Mund und Nase. Seine Umgebung nimmt der Prophet nicht wahr. Die Gabel, die in seinem Schädel steckt, ist ein Symbol für die Indoktrinierung.

Radu arbeitet hauptsächlich mit der Airbrush-Technik, bei der die Farbe statt mit dem Pinsel mit einem Luftstrom aufgetragen wird. So können besonders feine Farbverläufe dargestellt werden. Eine Mischung aus Acryl und Öl sorgt für leuchtende Farben. Neben dem Luftpinsel setzt Radu Schablonen, Schmirgelpapier, Messer, Rasierklingen, Spachtel und Nadel ein.

Radus Bilder erinnern an den Surrealismus von Salvador Dalí. Rätselhafte Elemente, Symbole aus Traumwelten, Irreales überlagern die Motive und kehren immer wieder - ähnlich wie eine Erkennungmelodie in einem Musikstück.

Ein wichtiges Werk ist ein großes Selbstporträt, in dem er sich mit Bedrohungen und Ängsten auseinandersetzt. Sein Kopf ist gespalten, aus ihm strömen Ängste nach außen, doch ebensolche Kräfte wirken auch von außen auf den Kopf des Dargestellten ein: Implosion und Explosion. „Ich stelle die Heimsuchung durch Ängste dar“, erklärt Radu. „Ich bin zwar kein Typ, der schlaflose Nächte hat weil er sich ständig bedroht fühlt, aber ich bin mir der Bedrohung bewusst.“ (Marion Bischof)

Die Jubiläums-Schau

im Rumänischen Generalkonsulat, Richard-Strauss-Straße 149 in München, wird am Freitag, 23. Mai, um 18 Uhr eröffnet. Die Ausstellung ist dort bis 16. Juni zu sehen.

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