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Im Kindergarten St. Peter und Paul ist man besorgt. Gleich dreimal wurde 2016 in die Einrichtung eingebrochen. Nun will Leiterin Gerlinde Landersdorfer eine Überwachungskamera oder Alarmanlage installieren.

Polizei spricht von Serie

Rätsel um Kindergarten-Einbrüche

Gleich dreimal haben Einbrecher im vergangenen Jahr im Olchinger Pfarrkindergarten St. Peter und Paul zugeschlagen. Sie kamen immer, wenn Geld in der Kasse war. Insgesamt erbeuteten sie über 1000 Euro. Die Polizei hat Indizien, tappt aber im Dunkeln.

Olching – Einen gehörigen Schrecken haben der oder die Täter vor allem den Mädchen und Buben eingejagt. Drei Gruppen à 25 Kinder werden in der Einrichtung an der Pfarrer-Handwerker-Straße betreut. Sie sind zwischen drei und sechs Jahre alt. „Wir haben mit den Kleinen darüber geredet und gemerkt, dass sie Angst haben“, sagt Einrichtungsleiterin Gerlinde Landersdorfer (62). Dabei sollen sich ihre Schützlinge doch im Kindergarten sicher fühlen.

Begonnen hat alles Ende Juni 2016. Einer oder mehrere Täter traten im Pfarrkindergarten ein Fenster an einer rückwärtigen Wand ein und verschafften sich so Zutritt. Der Kindergarten liegt im Erdgeschoss, praktisch für die Diebe. Laut Olchinger Polizei kamen sie am Wochenende des 18. und 19. Juni. Wenige Tage vorher hatte der Kindergarten eine Spende im Wert von 1000 Euro erhalten. Den Tresor, in dem das Bargeld aufbewahrt wurde, hatten die Eindringlinge mitgenommen. Er wurde später an einer Straße gefunden – leer.

Laut Landersdorfer lagerten im Safe neben der Spende auch mehrere hundert Euro Spielgeld. „Das zahlen die Eltern, wir finanzieren damit Spielzeug oder Ausflüge“, erklärt die Leiterin.

Rund vier Monate später schlugen die Diebe erneut zu. Zwischen dem 15. und 16. Oktober stiegen sie in den Kindergarten ein – wieder durchs Fenster. Erst wenige Tage zuvor hatten die Kinder mehrere hundert Euro bei einem Erntemarkt verdient. Alles nahmen die Täter mit.

Die Polizei glaubt, dass eine Bande dahintersteckt. „Es könnten dieselben Täter gewesen sein, die Vorgehensweise ist ähnlich“, erklärt ein Sprecher auf Tagblatt-Nachfrage. Sie kamen stets am Wochenende, die Betreuerinnen bemerkten den Schaden erst am Montag. Doch sowohl von der Spende als auch vom Erlös hätten viele Leute gewusst. Deswegen könnte es auch Nachahmungstäter geben, so die Polizei.

Nach dem Einbruch im Oktober haben die zwölf Betreuerinnen von St. Peter und Paul reagiert: Der Tresor wurde geleert, sämtliches Bargeld zur Bank gebracht. „Bei uns gibt es nichts mehr zu holen“, betont Landersdorfer.

Und trotzdem: Die Einbrecher kommen ein drittes Mal, am 17. oder 18. Dezember, wieder an einem Wochenende. Dieses Mal verschaffen sie sich Zutritt über eine gläserne Terrassentür. „Stehlen konnten sie nichts, sie haben nur mehrere Türen eingetreten“, sagt die Leiterin. Auffallend: Die Kinder hatten wenige Tage vorher mit einem Musical Spenden für einen sozialen Zweck gesammelt. „Die haben wir zwei Tage vor dem Einbruch übergeben“, sagt Landersdorfer. „Die Diebe wussten das vielleicht nicht.“

An allen drei Tatorten hat die Polizei Spuren gesichert. Wenn diese aber vorher noch nicht erfasst wurden, sei eine Zuordnung schwer, erklärt der Sprecher. Es könne daher bisher nicht ausgeschlossen werden, dass Eltern oder Kindergartenpersonal hinter den Diebstählen stecken.

„Bei einer ähnlichen Serie in Maisach sind wir dem Täter erst nach zwei Jahren auf die Schliche gekommen“, sagt der Sprecher. Warum die Diebe St. Peter und Paul ausgewählt haben, einen Kindergarten, der sehr zentral liegt, kann er nicht erklären.

Mittlerweile haben die Mädchen und Buben nicht mehr so viel Angst. „Und ihnen mangelt es trotz der Diebstähle an nichts“, so Landersdorfer. Doch sie will den Langfingern Einhalt gebieten. Im Mai findet das nächste Fest statt. Bis dahin will sie zur Abschreckung eine Überwachungskamera oder eine Alarmanlage installieren lassen. Gleichzeitig hofft sie aber, dass die Eindringlinge aufgegeben haben und keines der Geräte Alarm schlägt.

rm

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