bürger sind stinksauer

Rappenglitz-Erweiterung: Klage droht

Gernlinden – In Gernlinden-Ost soll der Flächennutzungsplan geändert werden, um das Bauen zu erleichtern. Doch viele Anwohner sind gegen den Plan, wie auch bei der neuerlichen Informationsveranstaltung klar wurde.

Jetzt haben einige aufgebrachte Bürger eine Initiative gegründet. Eine Klage schließen sie laut eigener Aussage nicht aus.

Der Hintergrund: Aus einem Teil des Außengebiets Gernlinden-Ost mit eingeschränktem Baurecht will der Gemeinderat ein Mischgebiet machen, in dem Wohnen und Gewerbe gleichberechtigt sind. Durch eine Außenbereichsatzung soll in einem anderen Areal ebenfalls das Baurecht verändert werden. Somit sollen alle Ost-Gernlindener leichter bauen können – nicht nur die Firma Rappenglitz, die ihren damals ausnahmsweise genehmigten Sitz in dem Gebiet erweitern will. Die Gemeinde plant, im Gernlindener Osten Ackerland zu erwerben und an die Firma Rappenglitz zu verkaufen – wenn das Baurecht garantiert werden kann. Das wäre der Fall, wenn man den Acker als Sondergebiet für Messebaufirmen mit gemeindlich festgelegten Emissionswerten deklariert.

Diesem Vorgehen gegenüber sind einige Bürger mehr als skeptisch. In den vergangenen Wochen sind deshalb viele Einwände gegen die Änderung des Flächennutzungsplans bei der Gemeinde eingegangen.

Eine Info-Veranstaltung nun sollte die Wogen glätten. Stattdessen gab es eine hitzige Debatte. Einige Bürger argumentierten aggressiv und emotional. Klar wurde aber auch: Die meisten wollen die Diskussion sachlich angehen. Sie haben viele Fragen und Bedenken. Im Kern fürchten die Gernlindener, dass eine Änderung vor allem der Erweiterung der Firma dient, die mit einem größeren Gelände mehr Arbeit und damit mehr Lärm, Dreck und Unruhe machen würde. Außerdem haben die Anwohner Angst vor einer Wertminderung ihrer Grundstücke durch ein vergrößertes Unternehmen.

Nach der Sitzung hat sich deshalb nach Aussage von Anwohner Simon Socher eine Bürgerinitiative formiert. Momentan habe diese 26 Mitglieder. Kurzfristig strebe man bis zu 100 Mitwirkende an. Eine Klage gegen die Pläne der Gemeinde könne sich die Initiative vorstellen.

Auch Michael Lex von der Rappenglitz-Geschäftsführung äußerte sich bei dem Infotreffen. Er betonte, dass keine Vergrößerung des Betriebs geplant sei. Auf dem Gelände solle lediglich eine neue Lagerfläche für die Messegüter entstehen. Wie genau diese aussehe, stehe noch nicht fest. „Wir müssen uns hier vernünftig zusammensetzen und gemeinsam eine Lösung finden“, versuchte Michael Lex die Diskussion zu befrieden. Doch der von Bürgermeister Hans Seidl gewünschte Austausch von Informationen blieb eine hitzige Debatte darüber, wer welche Interessen verfolge und welche Belastungen die Bürger zu fürchten haben. Teilweise fühlen sich die Anwohner schon jahrelang durch den Lärm der Firma gestört.

Auch Seidls Appelle an die sachliche Diskussionskultur und seine Beteuerungen, er könne sich in die Bürger hineinversetzen, konnten die Diskussion nicht dauerhaft beruhigen. Schließlich mahnte eine Ost-Gernlindnerin die Bürger eindringlich, sich auf die informative Ebene zu beschränken. Nur im sachlichen Dialog sei eine Lösung zu erzielen.

von Maria-Mercedes Hering

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