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Ein Klassiker auf bayrisch mit Philipp Reil, Christian Cibena und Max Riepl-Bauer

Rassoburgtheater 

Drei Eisbären in großen Star-Fußstapfen

Grafrath - Drei Männer und ein Baby stehen im Mittelpunkt des neuen Stücks im Grafrather Rassoburgtheater. Die Laienspieltruppe hat sich aber nicht etwa des gleichnamigen Films vangenommen, sondern des bayerischen Klassikers „Die drei Eisbären“. 

Der monotone Alltag dreier Brüder auf einem Bergbauernhof wird kräftig durcheinandergewirbelt, als die eingefleischten Junggesellen ein Findelkind bei sich aufnehmen. Maximilians Vitus’ Dreiakter dürfte Theaterfans aus dem Komödienstadel bekannt sein, wo die längst verstorbenen Gustl Bayrhammer und Maxl Graf sowie Gerhart Lippert einst in die Rollen der Haldenegger-Brüder schlüpften. 

Im direkten Vergleich mit den drei unvergessenen Größen des bayerischen Volkstheaters muss ein Laientheater fast zwangsweise den Kürzeren ziehen. Dennoch: Die Grafrather Truppe um den Kultur-Tausendsassa und ehemaligen Germeringer Stadthallenchef Günter Mayr bestätigt auch diesmal wieder ihren Ruf, eines der besten Laientheater in der Region zu sein. 

Bei der Premiere im Marthashofener Dachsaal gab es für das Publikum jedenfalls viel zu lachen. Dass am ersten Abend der Saal noch viele freie Plätze aufweist, hat beim Rassoburgtheater fast schon Tradition. „Die Leute wollen wohl erst wissen, ob unsere Darsteller auch ihren Text können“, scherzte Mayr. Bis auf ein paar kleine Hänger, die Souffleuse Helma Dreher ausbügelte, war das Urteil einhellig: Ja, die Darsteller sind textsicher. 

In die Rollen der Haldenegger-Brüder – und damit in die großen Schuhe Bayrhammers, Grafs und Lipperts – schlüpfen Philipp Reil, Christian Cibena und Max Riepl-Bauer. Regisseur Mayr kann seine Rollen fast blind besetzen. Diesmal glänzte der bislang nur sporadisch auf der Bühne des Rassoburgtheaters stehende Riepl-Bauer mit seinem natürlichen Spiel. 

Ein wenig im Gegensatz dazu standen seine Mimik und Gestik, die – an der Grenze zum Overacting, aber nie darüber hinaus – für Erheiterung sorgten. Roswitha Döllerer zog das Publikum als bärbeißige Haushälterin Veronika mit Kommentaren wie „Es is halt a Kreuz, wenn einem der Herrgott as Maul nur zum Fressen geb’n hat“ auf ihre Seite. Heimlicher Star des Stücks war aber Cibena, der mit seinen zynischen und trockenen Sprüchen für die meisten Lacher sorgte. 

Ein Sonderlob verdient außerdem die Arbeit von Julia Ebert und Brigitte Wagner, die für Maske und Kostüme zuständig sind. Waren die drei Hauptdarsteller zu Beginn mit falschen Bärten und wirren Haar kaum zu erkennen, so war der Wandel im letzten Akt, wenn die drei Bauern-Brüder geschniegelt und gestriegelt auf Brautschau gehen, umso überraschender.

Weitere Aufführungen finden an den Samstagen, 5. und 12. März, jeweils um 19.30 Uhr sowie an den Sonntagen, 6. und 13. März, jeweils um 17 Uhr im Dachsaal Marthashofen statt.

von Andreas Daschner 

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