Vorstoß der Brucker CSU

Rathaus-Neubau am Viehmarktplatz?

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Fürstenfeldbruck – Wenn ein Thema in Bruck ein Dauerbrenner ist, dann der Viehmarktplatz. Unlängst hat die Stadt drei Architekten beauftragt, Konzepte dafür zu entwickeln. In der CSU werden derweil ganz andere Pläne heiß diskutiert.

„Warum eigentlich nicht?“, hat sich CSU-Stadtrat Georg Jakobs gedacht. Warum eigentlich nicht ein Rathaus auf dem Viehmarktplatz bauen? Das alte platzt aus allen Nähten, ist weit entfernt davon, behindertengerecht ausgebaut zu sein. Und saniert werden muss es sowieso. „Aus ökonomischer und ökologischer Sicht wäre es für die Stadt nur von Vorteil“, sagt Jakobs. „Anstatt den Platz für Millionenbeträge zu gestalten und gleichzeitig Geld in ein veraltetes Gebäude zu stecken, sollte die Stadt neu bauen.“

Der frühere Viehmarkt ist heute vor allem eines: Ein Parkplatz

So will Jakobs das Areal auch beleben. Als Referenz nennt er den Münchner Rathausplatz. „Das funktioniert.“ Aussehen könnte das Ganze dann so: Ein großes Haus, in dem die Rathaus-Mitarbeiter unterkommen. Im Erdgeschoss Cafés, Läden. Für den Bau würde sich Jakobs einen Investor wünschen. Die Stadt könnte sich einmieten.

Zumindest innerhalb der CSU findet die Idee des Zahnarztes Anklang. Der amtierende Bürgermeister Erich Raff sagt: „Ich kann mich damit durchaus anfreunden.“ Der Rathauschef hatte nicht zuletzt bei den Haushaltsberatungen immer wieder angemahnt, dass sechs Millionen Euro allein für die Gestaltung des Viehmarktplatzes zu viel seien – und unter anderem deshalb sogar gegen den Finanzplan der Stadt gestimmt. „Es ist schon klar, dass manche den Vorschlag aberwitzig finden, aber warum sollte die Idee nicht geprüft werden?“, meint Raff.

Parallel zum momentan laufenden Architekten-Wettbewerb (drei Büros sollen verschiedene Konzepte entwerfen), will sich Jakobs nun an den Lehrstuhl für Städtebau und Regionalplanung an der Technischen Universität in München (TU) wenden. Der Plan: Ein Absolvent der Uni soll sich in seiner Abschlussarbeit mit dem Thema beschäftigen. Der Rahmen für das Konzept könnte derselbe sein, wie der für die drei Architektur-Büros.

Franz Höfelsauer, alteingesessener Brucker Geschäftsmann, Stadtrat und Vorsitzender des Gewerbeverbands, steht dabei voll hinter Jakobs. „Ich kann mich durchaus für die Idee erwärmen“, sagt er. „Wir könnten so ein großes Gebäude mit viel Parteienverkehr schaffen.“ Und noch ein Punkt ist Höfelsauer – wie er schon in vergangenen Stadtratssitzungen betonte – wichtig: Der Viehmarktplatz braucht eine Tiefgarage.

Ohne geht es nicht, da denkt Höfelsauer vor allem an die Gewerbetreibenden und Kunden. „Die Tiefgarage würde mit dieser Lösung wieder in greifbare Nähe rücken.“ Und was passiert am Ende mit dem aktuellen Rathaus? Abreißen, zumindest, wenn es nach Jakobs geht. „Der vordere, denkmalgeschützte Bereich bleibt, die hinteren Gebäude könnte man wegreißen und stattdessen Wohnraum schaffen.“ Auch der wird in Bruck bekanntermaßen dringend gebraucht.

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