Aufmerksam folgten die Abiturienten und ihre eingeladenen Eltern den Ausführungen der diversen Redner, ehe sie ihr Abschlusszeugnis in Empfang nahmen. Foto: Weber

Ein Redner mit drei Sichtweisen

Puchheim - Das Wissen, wie Schule sich für Schüler anfühlt, sollte man sich auch als Erwachsener bewahren, meinte Bürgermeister Norbert Seidl bei seiner Rede vor den Abiturienten.

Er erinnerte ferner daran, dass der Weg zum Reifezeugnis auch zur Entwicklung der Heranwachsenden beitrage.

„Gelten für uns nur die Kommastellen oder wollen wir neben der Bildung unsere Kinder auch zur Persönlichkeit heranreifen lassen?“, lautete Seidls rhetorische Frage. Den Prozess sollten jedenfalls die Lehrer mit Mut und Leidenschaft begleiten.

Redner Seidl vereinte in seiner Ansprache drei Sichweisen: Als Bürgermeister war er eingeladen, als ehemaliger Lehrer wandte er sich an seine Berufskollegen und als Vater gratulierte er seiner Tochter zum bestandenen Abitur.

So ging auch für Seidl als Vater ein Abschnitt zu Ende. Doch wie Schulleiter Georg Baptist anmerkte, „setzt sich das Sorgen und Bangen für die Kinder auf andere Weise fort“. Denen habe der Weg bis hin zum bestandenen Abitur viel Mühe gekostet, zollte Baptist seinen scheidenden Schützlingen Respekt. Das solle sich auf dem weiteren Lebensweg auszahlen. Man dürfe sich also nicht verzetteln. „Geben Sie Ihren Zielen eine Reihenfolge“, riet der Schulleiter des Puchheimer Gymnasiums.

Nur so sei es möglich, „unsere Töchter und Söhne in eine verantwortungsvolle und spannende Zukunft zu entlassen“, meinte die Elternbeiratsvorsitzende Birgit Grimm. Aus Sicht der Mütter und Väter sei es ein Tag mit einem weinenden und einem lachenden Auge. Stolz machte Grimm: „Wir haben auf dem Weg zum Abitur die ersten schlechten Noten ebenso gemeistert wie den ersten Liebeskummer.“

Abiturient Florian Wieser schloss in seiner Rede daraus: „Ein gewisses Durchhaltevermögen kann als Schüler nicht schaden.“ Nun könne man am Ende des Schulweges den Saal im Vergleich zu den Lehrern etwas ebenbürtiger verlassen. Einen Ratschlag gab Wieser auch künftigen Rednern von Abifeiern mit auf den Weg: „Eine Rede mit einem Witz zu beginnen, ist mittlerweile fast so abgenutzt wie mit einem Zitat.“ (hk)

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