Renovierter Churfürstensaal eröffnet

Fürstenfeldbruck - Es war eine Sensation, als der Hausmaler der Polizeifachhochschule 1992 im oberen Teil des Churfürstensaals großformatige Wandbilder entdeckte. Jetzt ist er renoviert und eröffnet.

„Dieses ehedem aus der Fassung geratene Juwel bietet sich heute strahlend dar“, betonte Hermann Vogelgsang, Leiter der Polizeifachhochschule, vor rund 90 Gästen. Der Saal entstand im Zuge des Klosterneubaus 1691 bis 1699 unter Abt Balduin Helm durch Antonio Viscardi. Die Fresken stammen von Hans Georg Asam, der Stuck von Giovanni Niccolò Perti. Vogelgsang ließ die wechselvolle Geschichte Revue passieren: „Als Apotheose des wittelsbachischen Souveräns gedacht, zur Getreideschütte erniedrigt, zu Behausung von Invaliden verwendet und dann genutzt zur Unterrichtung von Polizisten und zur Beherbergung einer kriminalistischen Lehrmittelsammlung.“ Nun sei er wie der Vogel Phönix aus der Asche aus der Zerstörung wieder erstanden.

Der Fördervereins-Vorsitzende Thomas Goppel blickte auf die Arbeit der „Freunde des Klosters Fürstenfeld“ zurück, die sich durch eine gute Mischung aus Durchsetzungsvermögen und Nachgiebigkeit ausgezeichnet habe. Er dankte dem 2007 verstorbenen Kreisheimatpfleger Alexander Zeh als Initiator des Projektes, dem Ex-Finanzminister Kurt Faltlhauser für das Startzeichen, Werner Schiedermair für die fachliche Begleitung und der Liechtensteiner Stiftung „Propter Homines“ für die finanzielle Hilfe.

Finanzminister Georg Fahrenschon stellte zwei Aspekte heraus: das ehrenamtliche Engagement, das die Wiederherstellung möglich gemacht habe, und die gute, grenzübergreifende Zusammenarbeit der beteiligten Institutionen. Die vielfältige Nutzung des Saals hätte zwangsläufig zu massiven baulichen Veränderungen geführt. So sei der über zwei Geschosse reichende Raum 1894 durch eine hölzernen Zwischendecke und später eine Stahlbetonkassettendecke zerstört worden.

2005 wurden die Kosten in Höhe von knapp zwei Millionen Euro genehmigt. Die Wiederherstellung war Teil der Gesamtsanierung des Konvents über 28 Millionen Euro. 2008 begann die Renovierung: In zwei Monaten wurden rund 35 Container Bauschutt aus dem Churfürstensaal gebrochen. OB Sepp Kellerer (CSU) freute sich, dass „wir diesen Saal wieder kulturell nutzen dürfen“. (sr)

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