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Die Felsenschänke ist gut besucht. Grund dafür ist aber nicht das süffige Bier. Sondern die Tochter der Wirtin, wie im Stück „Die Kunst des Fallens“ klar wird.

Im PUC

Resistenz-Theater zeigt Kunst des Fallens

Puchheim - Ob arroganter Anwalt, alkoholsüchtiger Arzt, gescheiterter Verleger oder Arbeitsloser – sie alle sind Stammgäste im Biergarten Felsenschänke. Es ist aber nicht die Aussicht auf die Donau, die die Männer anzieht. Sondern etwas ganz anderes.

Sie ist schön, sie ist begehrt und sie sorgt für Umsatz im Biergarten: Die Tochter der Wirtin ist es, die so viele Männer anzieht. Sigrid ist die zentrale Figur in Christoph Nußbaumeders „Die Kunst des Fallens“, mit dem das Resistenz-Theater Germering derzeit im PUC auf der Bühne steht.

„Welche? Ich hab’ zwei!“, raunzt die wunderbar sarkastische, von den Männern restlos bediente Biergarten-Chefin, wenn sie auf ihre Tochter angesprochen wird. Dabei weiß sie ganz genau: Es geht immer um Sigrid. Seffi, die pflegeleichte Schwester, ist das Arbeitstier, das sich im Hintergrund abrackert, während Sigrid zwischen den Gästen herumschwirrt und von ihnen – je nach Temperament – angehimmelt oder angebaggert wird. Sigrid ist die Undurchschaubare, für sich selbst ebenso ein Rätsel wie für alle anderen.

Eine wechselvolle Biergarten-Saison hindurch sieht man sie durch Beziehung, Affäre, Freundschaft und Psychiatrie taumeln. Doch während die anderen Figuren kleinere und größere Neuanfänge schaffen, bleibt Sigrid ratlos zurück – und schreit verzweifelt ihre Frage in die Welt: „Wo kann ich denn mal ich sein?“

Mit seiner neuen Produktion ist das Resistenz Theater seinem Anspruch treu geblieben, Stücke abseits von Klassikern und Klamauk zu inszenieren. „Die Kunst des Fallens“ schrieb der in Berlin lebende Niederbayer Christoph Nußbaumeder mit psychologischer Tiefe und realitätsnahen Dialogen. Dafür nimmt man gern in Kauf, dass die Handlung mitunter so träge dahinfließt wie der Fluss, an dessen Ufer sie spielt. Als während der Sonnwendfeier einer von Sigrids Verehrern in den Tod stürzt, kommt jähe Dramatik auf, ohne dass das Stück in den Heimatkrimi abgleitet.

Für die passende Atmosphäre sorgen das perfekte Bühnenbild mit Schankhütte und Biergartenmöblen sowie die musikalische Umrahmung durch das Akkordeonorchester Unterpfaffenhofen. Das Ensemble unter der Regie von Christian Linke hat diverse Herausforderungen zu meistern. Das beginnt beim Orlandosaal als Aufführungsort, der mit seiner Größe keine Intimität zum Publikum aufkommen lässt. Das geht weiter über einige der Rollen, die offensichtlich für ältere Darsteller gedacht sind. Umso mehr hatten sich die Resistenzler den begeisterten Applaus nach der ausverkauften Premiere verdient.

Weitere Aufführungen

Die Kunst des Fallens (Regie: Christian Linke, Darsteller: Eliane Farrell, Matthias Fritsch, Gerhard Hellmann, Ursula Hörmann, Julian Hörner, Stefan Lülf, Armin Pacher, Martine Schraml, Wiete Schultheiß und Ralf Schwertfeger) läuft am Montag, 28. März (18 Uhr), sowie am 29. und 30. März (je 20 Uhr) im PUC. Karten gibt’s unter Telefon (089) 8 41 03 50 00.

 von Ulrike Osman

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