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Diese Riesen-Agave ist sogar zu hoch für das Treibhaus

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Von: Andreas Daschner

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Riesen-Agave Grafrath
Allein der Fuß der Agave hat inzwischen einen Durchmesser von zwei Metern. Das ganze Ausmaß der Pflanze wird nur beim Blick von außen deutlich. © Privat

Eine Riesen-Agave in Grafrath wächst so rasant, dass der Besitzer mittlerweile ein Loch ins Gewächshaus machen musste. Das Phänomen ist wohl auf ein Missgeschick zurückzuführen.

Grafrath – Gerade einmal 50 Zentimeter war die Agave groß, als Max Hiltmann sie Ende der 1980er-Jahre in einem Topf bekommen hat. Heute ist die Pflanze in seinem Gewächshaus eingepflanzt, satte sieben Meter hoch – und sie blüht. Das tun Agaven nur einmal in ihrem Leben.

Als die Agave am vergangenen Osterfest zu wachsen begann, war schnell klar: Hiltmanns Gewächshaus reicht von der Höhe her nicht aus. Der Blütenstand kann immerhin bis zu zwölf Meter hoch werden. Der Grafrather machte deshalb kurzerhand eine Öffnung ins Dach, durch die die Pflanze weiter in die Höhe schießen konnte.

Die sieben Meter hohe Blüte ist zu hoch für das Gewächshaus. Max Hiltmann machte extra eine Öffnung ins Dach
Die sieben Meter hohe Blüte ist zu hoch für das Gewächshaus. Max Hiltmann machte extra eine Öffnung ins Dach © Privat

Bekommen hat der 77-jährige Grafrather die Agave, wie viele andere seiner Pflanzen im Gewächshaus, auf einer Dienstreise. „Ich war viel mit dem Bau von Fernseh-Sendeanlagen unterwegs“, erzählt er. Dabei brachte er unter anderem einen Kaktus aus der Türkei mit. Und eben die Agave. Die wuchs auch schon, als eine Blüte noch nicht im Raum stand. „Irgendwann wurde sie zu schwer und ich habe sie im Gewächshaus im Boden eingepflanzt“, erzählt Hiltmann. Heute hat der Fuß der Pflanze einen Durchmesser von mehr als zwei Metern.

Jeden Tag zehn Zentimeter gewachsen

Eigentlich habe er schon zehn Jahre auf die Blüte gewartet, erklärt der Grafrather. Was genau der Auslöser war, dass diese gerade jetzt einsetzte, kann der Mann aber nur vermuten. „Ich hatte einmal vergessen, das Gewächshaus zu lüften“, erzählt er. An diesem Tag herrschten an die 50 Grad in dem Häuschen – Verhältnisse, wie sie Agaven aus ihren Heimatregionen in den Tropen und Subtropen kennen. „Vielleicht war ja das der Auslöser.“

Jedenfalls wuchs die Pflanze seit besagtem Osterfest täglich um rund zehn Zentimeter. „Das war interessant zum Zusehen“, sagt Hiltmann.

Seit Anfang Juli wartete er „jeden Tag darauf, dass die Blüte einsetzt“, erzählt der Grafrather. Dabei stand immer eine bange Frage im Raum: Überlebt die sieben Meter hohe Pflanze das nächste Gewitter, oder knickt ein Sturm sie um.

Doch am Samstag, 30. Juli, war klar: Kein Gewitter würde der Monster-Pflanze mehr ein vorzeitiges Ende bescheren können. Denn die ersten Blüten öffneten sich.

Übrigens: Agaven werden manchmal auch Jahrhundertpflanze genannt, weil bis zur Ausbildung ihres Blütenstandes sogar mehrere Jahrzehnte vergehen können.

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