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Die Teams treten in bunten Verkleidungen an.

Türkenfeld steht Kopf

Riesen-Gaudi beim Fischerstechen

Türkenfeld - Boote, Mannschaften, Lanzen – und wer am Ende alle anderen nass gemacht hat, gewinnt: Tausende Besucher wollten am Sonntag das Fischerstechen sehen. Fast wäre es zur Sensation gekommen. Aber nur fast.

Die Organisation des Events ist für den Feuerwehrverein ein Kraftakt. Deshalb findet das Fischerstechen nur alle vier Jahre statt – heuer insgesamt zum siebten Mal.

„Ich bin immer als Zuschauer dabei“, erzählt der Zankenhausener Rolf Grimm, der das Treiben auf dem Dorfweiher heuer zusammen mit seiner Freundin Andrea Haubenhofer verfolgt. Vor allem das Drumherum begeistert den 39-Jährigen. „So viele Gemeinden aus der ganzen Umgebung feiern einfach eine große Party“, schwärmt er. Und das Turnier? „Das ist natürlich eine Fetzengaudi.“

16 Mannschaften waren angetreten. Nach einer Pause vor vier Jahren stellte diesmal auch die Türkenfelder Feuerwehr wieder eine Truppe aus vier Ruderern und einem Stecher – so wird der entscheidende Mann mit der Lanze genannt. Und Sebastian Deininger gelang als Turnier-Neuling gleich in der ersten Runde eine Riesenüberraschung, als er sein Gegenüber vom Musikverein Türkenfeld – einen der großen Favoriten – mit einem beherzten Lanzenstoß ins kühle Nass beförderte. Zwar fiel auch Deininger mit in den Weiher. Weil er aber um Bruchteile von Sekunden später das Wasser berührte, wurde er als Sieger gewertet. „Dabei war ich ursprünglich gar nicht als Stecher vorgesehen“, erzählt der 23-Jährige. Aber er sei in die Rolle gedrängt worden. „Mit sanfter Gewalt“, wie seine Mannschaftskollegen lachend dazwischenrufen.

Dafür bekam Deininger das erfrischende Bad, das seinen Kollegen am Ruder verwehrt blieb.

Die hauchdünne Siegentscheidung fällte die Jury heuer erstmals mit technischer Hilfe: per Videobweis. Der wurde nötig, weil es in der Vergangenheit immer mal wieder umstrittene Entscheidungen gab, wie Wolfgang Neumeier, Jurymitglied und Vorsitzender des Türkenfelder Feuerwehrvereins, sagt. Darüber hinaus überwachten die vier Schiedsrichter, dass beim Wettkampf die Regularien eingehalten wurden. Die besagen: Ducken gilt nicht! „Die Stecher müssen ihre Brust rausstrecken“, erklärt Neumeier.

 Neben dem Schiedsgericht sind rund um das Turnier aber noch jede Menge weitere Personen im Einsatz gewesen. Neben einem Rettungsboot samt Taucher kam auch den sogenannten Stegbetreuern eine wichtige Rolle zu. Sie wiesen die Mannschaften ein, brachten die Boote in Startposition und wedelten ab und an mit einer rot-weißen Fahne. „Das ist das Zeichen, das die Mannschaften bereit sind“, erklärt Georg Quintus, einer der beiden Stegbetreuer. „Erst wenn auf beiden Seiten die Fahne gehoben wird, kommt das Startsignal von der Jury.“

Darüber hinaus gaben die beiden Stegbetreuer den Mannschaften nach den Wettkämpfen auch Tipps, wenn sie etwas falsch gemacht hatten. Und das war diesmal besonders wertvoll, denn auch die Unterlegenen des ersten Durchgangs konnten über die Verliererrunde noch ins Finale vorstoßen. Das Türkenfelder Feuerwehr-Team übrigens schaffte es trotz der langen Pause am Ende bis ins Finale – und musste sich hier allerdings den Feuerwehr-Kollegen aus dem benachbarten Geltendorf geschlagen geben.

Fischerstechen in Türkenfeld: Bilder

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