Runde Sache ohne Mehrheit

Alling - Mit dem Kreisel am Sportplatz wird es nun doch nichts. Der Gemeinderates lehnte es ab, diese Möglichkeit der Verkehrsführung auf der Gilchinger Straße weiter zu verfolgen.

Behörden und Planer halten einen Kreisverkehr für überflüssig, die Kosten sind unabsehbar. Mit rund 25 Zuhörern war das Interesse an der Debatte groß.

Während die Freien Wähler weiterhin zu dem Projekt standen, war die CSU von dem Vorhaben abgerückt. Maßgebend für den Sinneswandel war vor allem die Einschätzung des Staatlichen Bauamtes. Die für die Staatsstraße verantwortliche Fachbehörde sieht weder aus Gründen der Verkehrssicherheit noch des Verkehrsflusses Veranlassung, dem Wunsch näherzutreten. Falls doch, würde das Amt ein Rondell mit wenigstens 40 Metern Durchmesser verlangen, dazu bräuchte es noch Platz für Straßenentwässerung sowie Geh- und Radweg.

Für entbehrlich hält einen Kreisel auch die Polizei. Laut Erich Heinz (CSU), zuständiger Beamter in der Germeringer Inspektion, gab es an der Kreuzung mit Steinlacher Weg und Waldstraße in den vergangenen zehn Jahren genau drei Radlunfälle und die Vorfahrtsverletzung eines Fahranfängers. Ein Kreisel, so die mehrfach geäußerte Einschätzung in der Diskussion, diene zwar dem Verkehrsfluss, aber der Sicherheit von Fußgängern keineswegs mehr als die jetzt bestehende Bedarfsampel.

Bei den genannten Dimensionen wäre auch die Flächensicherung eine Herausforderung. Eingeladen war eine als „Vertreterin eines möglichen Grunderwerbers“ vorgestellte Projektentwicklerin, die das für den neuen Supermarkt vorgesehene Grundstück für „nicht mehr überplanbar“ hält, falls ein Eckchen für den Kreisel abgezwackt würde.

Vehement für den Kreisverkehr setzte sich nur noch Hans Friedl (Freie Wähler) ein. Das Beispiel Mammendorf zeige, dass - mit politischer Unterstützung - eine runde Verkehrsführung wesentlich günstiger zu haben sei als für die in der Diskussion genannten 500 000 Euro. Und zahlreiche vergleichbare Kreisel im Landkreis seien mit wesentlich geringerem Durchmesser gebaut worden als die angeblich notwendigen 40 Meter. Wenn der jetzige Zustand so sicher sei, warum dann die vielen Tempokontrollen, fragte Friedl. Wegen der Klagen über die Raser, so sein Kollege Heinz. „Dann machen wir einen Kreisel, dann wird nicht gerast,“ so die Schlussfolgerung des Freien Wählers.

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