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Pläne des Innenministeriums

S 4-Ausbau weiter nach hinten verschoben, Express-Züge kommen

Der Ausbau der S 4 zwischen Pasing und Eichenau rückt in weite Ferne, dafür soll es mittelfristig Express-Züge auf derselben Linie geben: Das sind aus Brucker Sicht die Kernaspekte des Zukunfts-Modells aus dem Innenministerium.

Fürstenfeldbruck – Der so lange diskutierte, immer wieder geforderte und in Aussicht gestellte dreigleisige Ausbau der S 4 bis Eichenau soll nach dem Willen des Innenministeriums erst nach Fertigstellung der zweiten Stammstrecke in München in Angriff genommen werden – also erst in vielen Jahren. Das geht aus dem Drei-Phasen-Modell des Innenministeriums hervor, in das Landrat Thomas Karmasin (CSU) am frühen Montagabend in der Sitzung des zuständigen Planungsausschusses des Kreistags kurz Einblick gab. Über die Belange des Landkreises Fürstenfeldbruck trifft das Drei-Phasen-Modell im Einzelnen nun folgende Aussagen:

In die Phase I (das sind Maßnahmen vor Fertigstellung der 2. Stammstrecke bis zum Jahr 2026) fällt der ohnehin schon beschlossene Ausbau des Bahnsteigs am Gleis 1 in Fürstenfeldbruck. Dieser Ausbau soll bis zur Elektrifizierung der Lindauer Strecke, also bis Ende 2020, fertig sein. Er soll es ermöglichen, dass in Bruck die einst unter skandalösen Umständen gestrichenen Regionalzüge wieder halten können. Ebenfalls in Phase I fällt der barrierefreie Ausbau des Bahnhof Puchheim bis Ende des Jahres 2021.

Die Phase II beinhaltet laut Definition Maßnahmen, die während des Baus beziehungsweise punktgenau zur Fertigstellung der 2. Stammstrecke realisiert werden sollen. Mit Fertigstellung etwa soll die S 3 ganztags auf den 15-Minuten-Takt umgestellt werden. Zusätzlich soll es auf der S 3 halbstündige Express-S-Bahnen geben – mit einem Stundentakt ab Mering (Kreis Aichach-Friedberg) und gegebenenfalls sogar ab Augsburg mit stündlichen Halten in Althegnenberg, Haspelmoor und Mammendorf.

Auch die S 4 soll in dieser Phase II ganztags auf den 15-Minuten-Takt umgestellt werden. Außerdem – und hier liegt womöglich der Knackpunkt – soll es zusätzlich Regional-S-Bahnen geben, die ab Buchloe im 30-Minuten-Takt verkehren. Sie sollen auch in Bruck und Puchheim halten. Den 15-Minuten-Takt soll auch die S 8 bekommen, die dann zur S 5 wird. Hier sollen Express-S-Bahnen ab Herrsching verkehren.

Die letzte Phase, also die Phase III, enthält Maßnahmen nach Fertigstellung der zweiten Stammstrecke. Sie beinhaltet den Ausbau der S 4 West von Pasing bis Eichenau, wobei die Planungen hier bereits laufen, wie es immer hieß.

Von Belang aus Brucker Sicht ist hier auch die geplante nördliche Erweiterung in Pasing (Gleis 9/10) durch einen zusätzlichen Bahnsteig mit einem Anschluss an die 2. Stammstrecke. Das soll helfen, den Engpass aus Richtung Augsburg zu beseitigen.

Das als wichtig geltende Drei-Phasen-Modell des Innenministeriums war im April in interner Runde bei der obersten Baubehörde vorgestellt worden und muss nun noch dem bayerischen Kabinett und dem Landtag vorgelegt werden. Beobachter gehen daher davon aus, dass das letzte Wort gerade beim Ausbau der S 4 nicht zwingend gesprochen ist, wobei allerdings die Zusage für die Express-Züge auf der S 4 die Beobachter auch aufhorchen ließ – war genau diese durch Gutachten unterfütterte Forderung des Brucker Landkreises zuletzt doch immer wieder („Geht nicht“) abgeschmettert worden.

Der im Brucker Landkreis für den Öffentlichen Personen-Nah-Verkehr zuständige Hermann Seifert unterstrich am Montag Abend am Rande der Sitzung die Vorteile dieser Entwicklung. Das Positive (also die Express-S-Bahnen) käme und der Ausbau der S 4 könne sich ja noch beschleunigen, meinte er in einer kurzen Stellungnahme. „Wenn es so kommt, dann gibt es Verbesserungen.“ (st)

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