S4-Ausbau: „Wir werden es also nicht mehr erleben“

Puchheim - Skepsis, Enttäuschung und Ernüchterung herrschte unter den Zuhörern nach der Podiumsdiskussion über den viergleisigen Ausbau der S4.

In der von der Bürgerinitiative (BI) pro Ausbau eingeladenen Runde hatte der Eichenauer Frank Kutzner als Vertreter des Wirtschaftsministeriums den Stand der Dinge erklärt.

„Wir werden es also nicht mehr erleben“, stöhnte ein Zuhörer angesichts der Erläuterungen aus dem Ministerium. Tatsächlich ließen diese jede vielleicht noch vorhandene Hoffnung auf schnelle Lösungen zerrinnen.

Die Vorplanung für den viergleisigen Ausbau bis Eichenau sei zwar abgeschlossen, erläuterte Kutzner. Die eigentliche Planung und das Genehmigungsverfahren aber stünden noch aus - und das kann dauern. „Zehn Jahre sind da keine Seltenheit.“ Außerdem betonte er erneut, dass es ohne zweite Stammstrecke in München keinen Ausbau der S4 im Westen der Stadt geben werde. „Die zweite Stammstrecke ist Grundvoraussetzung, um das S-Bahn-System zukunftsfähig zu machen.“

Als positiv wertete Kutzner, dass der Nutzen-Kosten-Faktor des viergleisigen Ausbaus mit 1,04 Punkten knapp über der Wirtschaftlichkeitsgrenze liegt. Damit sei die erste Hürde genommen. Kutzner räumte aber auch ein, dass dieser Faktor immer aktualisiert werde, woraufhin die Landtagsabgeordnete Kathrin Sonnenholzner (SPD) auf die stetig steigenden Stahlpreise hinwies und damit implizit auf die Gefahr, dass das Nutzen-Kosten-Verhältnis ins Negative kippen könnte. Die Analyse in schriftlicher Form werde die BI übrigens nie erhalten, kündigte Kutzner auf Anfrage an. „Das ist ein internes Papier“ sagte er. Es werde dem Bund zugehen.

Martin Runge (Grüne) indes betonte, dass er die zweite Röhre aus mehreren Gründen strikt ablehne. Im Übrigen habe der frühere Wirtschaftsminister Erwin Huber (CSU) als realistischen Termin für deren Fertigstellung das Jahr 2034 genannt. Runge fordert den Südring, mehr Verstärkerzüge und die Verlängerung der U5 bis Pasing.

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