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Bisher landete der Landkreis zu oft auf dem Feld der leeren Versprechungen: Nicht nur Ingrid Kroppen, hier am Glücksrad, vom Puchheimer Behindertenbeirat will beim Ausbau der Bahnhöfe endlich Taten sehen. 

Aktionstag am Bahnhof Buchenau

S 4: „Nase voll von leeren Versprechungen“

Fürstenfeldbruck - Druck machen! Das rieten diverse Politiker der Bürgerinitiative (BI) zum Ausbau der S 4 bei einem Aktionstag am Geschwister-Scholl-Platz. Auf Versprechungen will sich künftig aber niemand mehr verlassen.

Ziemlich genau 25 Jahre ist es her, dass die Staatsregierung den S 4-Ausbau in Auftrag gegeben hat. „Geschehen ist seitdem nichts“, sagt BI-Sprecher Mirko Pötzsch. Für die BI Anlass genug, ihren Forderungen bei einem Aktionstag an der S-Bahnhaltestelle Buchenau wieder einmal Nachdruck zu verleihen.

Dass es bei dieser eher zweifelhaften Jubiläumsfeier regnete, sorgte zwar für weniger Publikums-Resonanz als von der BI erhofft. Für den SPD-Landtagsabgeordneten Herbert Kränzlein (SPD) war das Wetter aber auch symbolisch: „Wir werden von der Staatsregierung buchstäblich im Regen stehen gelassen.“

Große Zweifel herrschten deshalb auch an der Aussage des Ersten Bundestagsvizepräsidenten Reinhold Bocklet, dass bis 2017 die Vorplanungen zumindest für den dreigleisigen Ausbau vorliegen sollen. Kränzlein: „Ich glaube nicht mehr an irgendwelche Versprechungen.“ Was den SPD-Abgeordneten vor allem zweifeln lässt, ist die seiner Ansicht nach mangelnde Grundstückssicherung seitens der Regierung: „Da werden immer wieder Grundstücke verkauft, die man für den Ausbau benötigen würde.“

Wie man die Blockadehaltung aufbrechen kann, darüber herrschten unterschiedliche Meinungen. Aktionstag-Besucher Wolfgang Brückner aus Fürstenfeldbruck riet dazu, „denen so auf die Füße zu treten, dass sie gar nicht mehr anders können, als sich zu Gesprächen an den Tisch zu setzen“. Martin Eberl von der BI betonte jedoch, dass man dabei sehr aufpassen müsse, keinen Rechtsbruch zu begehen. Dennoch: Der Grünen-Landtagsabgeordnete Markus Ganserer riet dazu, immer wieder nachzubohren, „bis man die Lästigkeitsschwelle erreicht“. Ins gleiche Horn stieß Dieter Janecek (Grüne). „Das Beispiel der Umweltzone München zeigt, dass die Politik bereit ist, auf den wachsenden Druck der Bevölkerung für eine nachhaltige Verkehrspolitik zu reagieren“, so der Bundespolitiker. Die Zeit sei reif dafür, man müsse dranbleiben. Pötzsch erklärte, man müsse Druck aufbauen, „damit sich endlich etwas tut“.

Zugausfälle und kürzere Takte: Nicht nur der drei- beziehungsweise viergleisige Ausbau bewegt die BI, wie eine Glücksrad-Aktion zeigte. Vor allem auch der barrierefreie Ausbau der Bahnhöfe steht oben auf der Agenda. „Seit einem Jahr haben wir zu diesem Thema in Puchheim gar nichts mehr gehört“, klagt Ingrid Kroppen vom Puchheimer Behindertenrat. Sie hat die Nase voll davon, „immer nur Versprechungen zu hören zu bekommen“.

Brucks Dritter Bürgermeisterin Karin Geißler gefallen indessen die Pläne der Bahn zum Ausbau des Bahnhofs in der Buchenau ganz und gar nicht. „Er ist nicht wirklich barrierefrei“, so Geißler. Eher müsse man die Planungen stoppen und auf einen vernünftigen Ausbau warten, als eine halbe Sache zu akzeptieren.

Andreas Daschner

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