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Sägewerk soll dicht machen

Vogach - Für das Sägewerk im kleinen Vogach wird es eng. Es wird wohl schließen müssen - wegen eines Nachbarschaftsstreits.

Das Münchner Verwaltungsgericht gab der Klage einer Nachbarin statt und wies das Landratsamt an, den Betrieb einzustellen. Die Firma ist zwar in Berufung gegangen, der Erfolg ist aber ungewiss. Daran dürfte eine Unterschriftenliste für den Erhalt des Familienunternehmens nichts ändern.

eit fast 90 Jahren werden in der Vogacher Hofmarkstraße Bäume zugeschnitten. Das vom Urgroßvater des heutigen Juniorchefs Michael Robeller gegründete, natürlich nicht ganz leise Sägewerk lag anfangs nördlich des eigentlichen Ortes. Mit der Zeit rückte die Bebauung heran, aber erst durch eine Ortsabrundungssatzung der Gemeinde wurde vis-a-vis von dem Betrieb Baurecht geschaffen. Man sei damals dem Wunsch einer einheimischen Familie gefolgt, Bedenken wegen der nahen Emissionsquelle habe es nicht gegeben, erinnert sich ein altgedienter Gemeinderat.

2002 baute die heutige Klägerin, eine ganz in der Nähe aufgewachsene Vogacherin. Sechs Jahre später durfte das Unternehmen - gegen diverse Lärmschutzauflagen - eine bisherige Lagerhalle zur Abbundhalle umfunktionieren. Daraufhin begann ein bis heute andauernder Rechtsstreit. Kurz gefasst pochte die Nachbarin auf die Einhaltung des Lärm-Grenzwertes von maximal 60 Dezibel, der zumindest durch die bisherige Produktionsweise nicht einzuhalten ist. Die Firma bemühte sich zwar um Lärmminderung, ließ Fassaden und Dach verstärken und beispielsweise die Bretter in der Sortieranlage aus geringerer Höhe auf den Holzstapel fallen. Ein Gutachter hatte außerdem weitere Maßnahmen (stärkere Innenwand und Lärmschutzwand) vorgeschlagen. Weitergehender Schallschutz sei aber „wirtschaftlich nicht machbar“, urteilte der Experte.

Das Landratsamt stellte sich in dem Verfahren im wesentlichen auf die Seite der Firma. Daran änderte auch ein Lärmgutachten nichts, das zweifelsfrei deutliche Überschreitungen der Immissionswerte ergab. Selbst wenn die Anforderungen nicht in vollem Umfang erfüllt werden könnten, seien der Nachbarin angesichts des Bestandsschutzes für das Werk und der erst später herangerückten Bebauung gewisse Belastungen zumutbar.

Nachdem schließlich Klage erhoben wurde, war das Gericht zwei Mal vor Ort. Der erste Richter, im Jahr 2011, drängte noch auf eine gütliche Einigung der streitenden Parteien und regte unter anderem eine Lärmschutzwand an. Vergangenes Jahr, beim zweiten Ortstermin, äußerte sich der nunmehrige Vorsitzende Richter aber bereits unmissverständlich: Die jetzt laut Gutachten vorliegenden Werte von (mindestens) 66,5 Dezibel seien nicht einmal in einem Gewerbegebiet zulässig. Dennoch appellierte das Gericht noch einmal an beide Seiten, eine gemeinsame Lösung zu finden. Anderenfalls werde ein Urteil fallen.

Zwischen Firma und Nachbarin gibt es aber schon seit Jahren kein Gespräch mehr, wie Juniorchef Robeller erzählt. Man verkehrt nur noch über Anwälte. So musste das Gericht schließlich entscheiden. In dem Urteil spricht die 11. Kammer des Verwaltungsgerichts von „massiv gesundheitsgefährdendem“ Lärm. Der „Schutz von Leib und Leben“ gehe vor den wirtschaftlichen Interessen des Unternehmens, das Landratsamt habe in dieser Frage „null Ermessensspielraum“ und sei zum Einschreiten verpflichtet.

Dies gelte trotz der Vorgeschichte, bei der alle Beteiligten zu der heutigen Situation beigetragen hätten: Die Kreisbehörde, die bei der Genehmigung des Privathauses keine Lärmauflagen geprüft habe, der Betrieb, der gegen eben diese Erlaubnis nicht vorgegangen sei und die Klägerin, die „wissend, dass sie neben einem Sägewerk baut, keine geeigneten Lärmschutzmaßnahmen getroffen“ habe.

Familie Robeller muss jetzt auf den Verwaltungsgerichtshof als nächste Instanz hoffen. Lärmschutz, der allen Anforderungen entspreche, sei kaum zu finanzieren. Eine Verlegung des Betriebs an einen anderen Standort gilt als ausgeschlossen. (op)

Mittlerweile soll auch die Bevölkerung für den Erhalt des Sägewerks mobilisiert werden. Im Internet kursiert eine - bisher von mehr als 50 Anhängern gestützte - Petition.

Weit mehr Unterzeichner fand eine Unterschriftenliste, die in Mittelstetten und Umgebung herumging. Ein Team von Unterstützern ging in der Gemeinde selbst, aber auch in Ober- und Unterschweinbach und selbst in Baindlkirch (Landkreis Aichach-Friedberg) von Haus zu Haus. Angeblich sollen bisher schon über 400 Menschen unterzeichnet haben, um für den Erhalt des Familienbetriebs zu kämpfen

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