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Der Philharmonische Chor legte einen gelungenen Auftritt hin. 

Sänger runden Festtage mit Oratorium ab

Fürstenfeldbruck – Wie könnte man das Fest schöner musikalisch abrunden als mit Bachs „Weihnachtsoratorium“? Das müssen sich der Philharmonische Chor Fürstenfeld und sein musikalischer Leiter Andreas Obermayer gedacht haben, als sie vier Kantaten des Barock-Werks für ihr traditionelles Konzert am zweiten Feiertag im Stadtsaal auswählten.

Da konnte nichts schiefgehen – und es ging auch nichts schief. Mit den sprichwörtlichen Pauken und Trompeten hebt Bach an, von der Geburt des Heilands zu künden. Und gleich hatte der Chor seinen ersten großen Auftritt. Das „Jauchzet, frohlocket“ gelang den rund 80 Sängern mit professionell anmutender Präzision und Leidenschaft – eine Kombination, an der man sich den ganzen Abend über erfreuen konnte. Das Zusammenwirken der rund 80 Chormitglieder mit ihrem Dirigenten ließ erahnen, wie hart in den Proben gearbeitet wird, wie viel Obermayer von seinen Amateuren fordert und mit welcher Begeisterung sie sich ins Zeug legen.

Das Weihnachtsoratorium entstand im Advent 1734, wobei Bach sich teilweise aus seinem Fundus weltlicher Musikstücke bediente und diese dem Anlass entsprechend umarbeitete. Auch eine Melodie aus der Feder Martin Luthers findet sich in dem Werk. „Vom Himmel hoch, da komm ich her“ – vom Reformator 200 Jahre zuvor angeblich für die Bescherung seiner Kinder komponiert – taucht dreimal im Weihnachtsoratorium auf.

In Rezitativen lässt Bach den Evangelisten in Gestalt eines Solo-Tenors die Weihnachtsgeschichte erzählen. Dieser Part gehörte Andreas Hirtreiter, einem alten Bekannten des Philharmonischen Chors und des Brucker Publikums – und dem einzigen Solisten des Abends, dessen Text man mühelos Wort für Wort verstand. Die Rolle der Maria spielte Altistin Theresa Holzhauser mit gewohnter Bravour. Die Bass-Stimme des Bruckers Matthias Winckhler war zum ersten, aber hoffentlich nicht letzten Mal in einem Konzert des Philharmonischen Chors zu hören.

Über Königs Herodes, der seinen Machtanspruch durch das Kind in der Krippe gefährdet sah und es töten lassen wollte, triumphierte der „Engel“ in Gestalt von Sopranistin Judith Spiesser, in deren Arie „Nur ein Wink von seinen Händen“ die Überlegenheit der göttlichen Macht betont wurde. Zuletzt siegten Glaube und Hoffnung – triumphierend brachten alle Solisten gemeinsam mit dem Chor das Werk zum Abschluss. Der fast ausverkaufte Saal quittierte den Auftritt mit Marathon-Applaus.

Ulrike Osman

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