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Vize-Präsident Wilfried Kaiser.

Sportzentrum in Germering

Sanierung frisst TSV-Rücklagen auf

Germering – Der TSV Unterpfaffenhofen muss 650 000 Euro ausgeben, um Sicherheit und Brandschutz in seinem Sportzentrum zu gewährleisten. Damit werden die Rücklagen des Vereins fast aufgebraucht.

Es habe sich bewährt, in guten Zeiten ausreichend Rücklagen zu bilden. TSV-Kassier Werner Fritzen hatte in der Mitgliederversammlung reichlich Anlass auf den soliden Finanzkurs des größten Sportvereins im Landkreis hinzuweisen. Rund 650 000 Euro muss der TSV in diesem Jahr für Brandschutz und Sanierung ausgeben. Am Ende dieses Jahres werden die Rücklagen des Vereins damit von derzeit rund 905 000 auf 186 000 Euro geschrumpft sein. „Da sind wir immer noch gut im Kurs“, sagte Fritzen.

Der Vorstand machte den Mitgliedern klar, warum die Sanierung unbedingt gemacht werden muss. So fand man bei der Generalkontrolle der Decke im Untergeschoss bei einer 31 Meter langen Rohrleitung 27 Löcher. „Da hat zum Teil nur noch die Rohrisolation einen Wasseraustritt verhindert“, beschrieb Zweiter Vorsitzender Wilfried Kaiser die Situation. „Wie wenn ein Auto nur noch vom Rost zusammengehalten wird“, fügte Kaiser gegenüber dem Merkur noch hinzu.

Kassier Fritzen sprach gar von einem erbärmlichen Zustand der Leitungen, durch den gravierende Wasserschäden hätten eintreten können. Um das zu verhindern, hat der Verein laut Kaiser „Tabula rasa“ gemacht und einen Komplettaustausch vorgenommen.

Bereits im Vorjahr hatte der TSV unter anderem zwei Drittel seiner 103 Türen technisch auf den neuesten Stand gebracht. Im höheren vierstelligen Bereich wird der TSV wohl auch noch einmal investieren müssen, um eine Brandschutztür, die zur Sporthalle führt, zu ersetzen. Dieser Zugang müsste mit der jetzt vorhandenen Tür eigentlich immer geschlossen bleiben. Doch er wird immer wieder genutzt, um vor allem kleinen Kindern den kürzesten Weg zu den Toiletten zu ermöglichen. Ansonsten müsste der Weg über die Umkleideräume im Untergeschoss gewählt werden. Dann aber könne man die Kinder nicht immer im Auge behalten. „Das gibt dann Probleme mit der Aufsichtspflicht“, so Kaiser. Nun soll eine Brandschutztür mit elektrisch steuerbarem Schließmechanismus eingebaut und mit Rauchmeldern verbunden werden.

In Zusammenhang mit den Bauarbeiten zeigte Fritzen wenig Verständnis für Klagen einzelner Mitglieder und Übungsleiter über Lärm und Staub. „Die Arbeiten haben wir uns nicht ausgesucht. Sie sind notwendig.“ Da müsse man eben mit Behinderungen rechnen. Fritzen wies ausdrücklich darauf hin, dass sich der TSV in Bezug auf die Halle seine Selbstständigkeit erhalten wolle. Man sei in Entscheidungen und Belegungen unabhängig und müsse kaum Mietkosten zahlen. Ähnlich hatte sich auch Vorsitzender Oliver Elste geäußert. „Der Umbau ist wie eine Sisyphusarbeit. Wir alle müssen dazu beitragen, den Verein als Gesamtwerk zu erhalten.“

Andere Zahlen sind dagegen für den Verein erfreulicher. Der Mitgliederstand nahm im vergangenen Jahr um weitere rund 200 zu und beträgt aktuell zum 26. April 5664, davon 3177 Frauen. Gut ein Viertel der Mitglieder sind Kinder und Jugendliche, auch das Interesse das Vereinsgeschehen zu beobachten und sich über die Angebote zu informieren, scheint groß. Allein 42 000 mal wurde die Website angeklickt.

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