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Weihe auf dem Baugerüst vor dem Glockenstuhl: Erzabt Wolfgang Öxler (r.) und Bruder Odilo Rahm, der federführend die ganze Sanierung geleitet hat.

Segnung am Kirchturm

Mönche nennen den neuen Glockenklang „Heavy Metal“

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Wenige Tage vor Weihnachten endet die staade Zeit in St. Ottilien. Nach monatelangem Schweigen läuten die Glocken in der Herz-Jesu-Kirche wieder, aufgehängt an einer neuen Holzkonstruktion in einem frisch sanierten Kirchturm. Und da sie Zuwachs bekommen haben, ist ihr Klang reicher als je zuvor.

St. Ottilien – Zur Einweihung des neuen Glockenstuhls begaben sich Mönche und Besucher in luftige Höhen. Die Brüderblaskapelle hat bereits Übung darin, ihre Instrumente im Bauaufzug auf die oberste Plattform des Gerüsts zu bringen, das nun die längste Zeit an der Fassade des Kirchturms gestanden hat. Auch bei der Segnung des Turmkreuzes im September hatten die Musiker unter der Leitung von Pater Vianney Meister hier oben die Feier umrahmt.

An diesem milden Dezembernachmittag jedoch spielte die Blasmusik nur eine Nebenrolle. Es war vor allem das Erstläuten des nun neunstimmigen Glocken-Ensembles, auf das Mönche, Vertreter der an der Sanierung beteiligten Handwerksfirmen und Freunde des Klosters gespannt waren. Hinzugekommen ist eine Glocke mit dem Namen „Glaubenszeugen“, die eine Lücke zwischen den beiden obersten Tönen schließt.

Der Klang des Plenums – von den Mönchen augenzwinkernd „Heavy Metal“ genannt – ist voller als früher. Weicher auch, denn im Zuge der Sanierung wurde die Technik verbessert. Selbst der Winkel, in dem die Klöppel auf das Metall treffen, ist optimiert worden, was den Glocken eine möglichst lange Lebensdauer bescheren soll.

Insgesamt sind es 16 Tonnen Metall, die in 60 Meter Höhe am neuen Glockenstuhl aus Eichenholz hängen. Sie fungieren nicht nur im Klosterdorf als Taktgeber des Alltags. „Viele Leute haben uns gesagt: Eure Glocken gehen uns ganz schön ab“, so Erzabt Wolfgang Öxler in seiner Predigt. Ganz zu schweigen davon, wie sehr den Mönchen die gewohnten Töne fehlten. „Wir sind überglücklich, dass unsere Glocken wieder läuten“, betonte Öxler.

Für ihn drückt das Geläut Rufbereitschaft auf, sprich, „die Bereitschaft, etwas in die Welt zu rufen“. Gleichzeitig seien die Glocken „Propheten, die für etwas einstehen“ – was umso wichtiger sei in Zeiten, in denen „so viele Menschen nur rummotzen“.

Auch dem Glockenstuhl gab Erzabt Wolfgang Öxler eine symbolische Bedeutung. Ebenso wie die Glocken ohne die starken Balken nicht läuten könnten, so brauche auch der Mensch tragfähige Strukturen, „damit das Leben zum Schwingen kommt“.

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