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Geduldiger Blick auf die Besucher: Die Schafe ließen sich in Maisach nicht von den neugierigen Gästen aus der Ruhe bringen.

Im Rahmen der Maisacher Festwoche

Diese Schafe sind eine Schau

Maisach - Die Kleintierschau mit Schaf- und Ziegenprämierung ist ein fester Bestandteil der Maisacher Festwoche. Am Sonntag zeigten wieder dutzende Aussteller mehr als 200 Tiere. Was die Züchter besonders freute: Viele junge Familien waren gekommen.

Hahn Hansi (2) blinzelt und die erst 18 Monate alte Julia blinzelt zurück. Die beiden stehen sich an der Kleintierschau gegenüber und sehen sich an. Es ist der erste Kontakt, den die Kleine zu einem Huhn hat. Vater Marek Kovrczewski aus Althegnenberg und seine Tochter waren eigentlich nur auf dem Weg zum Bäcker, als sie am Straßenrand das Schild sahen. „Dann gibt es heute eben erst eine halbe Stunde später Frühstück“, scherzt der 37-Jährige.

Hahn Hansi gehört zur Rasse der Deutschen Zwerglachshühner, erzählt Züchter Franz Otter. „Charakteristisch für diese Hühnerart sind die fünfte Zehe und die extreme Ruhe, die die Tiere ausstrahlen“, weiß der 72-Jährige. Seit vielen Jahren stellt er bereits in Maisach aus, züchtet selbst noch weitere Arten wie Barnevelder und Araucana.

Schau mal, da: Hahn Hansi hatte es der kleinen Julia angetan. Vater Marek Kovrczewski sah sich mit seiner Tochter um.

Für den Rentner ist die Schau in Maisach eine der Schönsten überhaupt. Besonders glücklich mache ihn, wenn Kinder und junge Menschen die Faszination für die Kleintierzucht packt. Viele der ausgestellten Tiere sind vom Aussterben bedroht, da sich keine Züchter finden, die die jeweilige Rasse weiter halten wollen. Daher sieht der Moorenweiser in der Schaf- und Kleintierschau eine Chance, neue Zuchtfreunde zu gewinnen.

Auch Martin (5) und Maximilian (4) Jäger aus Alling sind fasziniert von den Tieren in den Gattern. Den beiden haben es besonders die Schafe angetan. „Daheim haben wir nur eine Katze“, sagt der kleine Martin. „Für die Kinder ist es hier ein wahnsinniges Erlebnis“, fügt Vater Martin (40) hinzu. Viel mehr Zeit bleibt nicht, denn die beiden Kinder zerren bereits an den Ärmeln ihres Vaters, wollen unbedingt weiter entdecken.

Waren fasziniert von den Tieren (v.l.): Der kleine Martin (5), Vater Martin (40), Maximilian (4) und Oma Monika Jäger (61).

Denn zu sehen gibt es einiges: Hühner, Tauben, Gänse, Schafe und Ziegen. Praktisch alle Kleintierarten sind vertreten. Ein Höhepunkt der Schau ist sicherlich auch das Scheren eines Schafes. „Ist es dem Schaf dann nicht kalt?“, fragt ein kleines Mädchen. „Ganz im Gegenteil. Bei solchen Temperaturen ist das Tier froh, die dichte Wolle los zu sein“, erklärt die Mutter.

Und den Züchtern ist es nicht nur wichtig, dass viele Interessierte zur Schafschau kommen. Sie zeigen auch deshalb ihr Handwerk, weil es weitergeführt werden soll. Uli Buchwieser (52) aus der Nähe von Weilheim braucht sich da keine Gedanken machen. Sohn Florian (14) ist begeistert von der Schafzucht. „Die Schwarzen sind die seinen, die Weißen die meinen“, erklärt Vater Uli die Schafarten. Gerade erst waren die Preisrichter an ihrem Gatter um deren Tiroler Steinschafe zu bewerten. Der vier Jahre alte Bock der Gruppe erhielt die Wertklasse 1, also die Höchstpunktzahl. „Wichtig ist, dass das Horn des Bocks schön geschwungen ist und nicht anliegt“, sagt der Landwirt. Auch auf das Gebiss ist zu achten. „Dieser Bock hat zwar etwas Überbiss, was bei dem Alter aber nicht ungewöhnlich ist“, erklärt Preisrichter Max Wagenpfeil.

Die diesjährige Schafprämierung kann auch als Generalprobe angesehen werden. Denn im nächsten Jahr findet in Maisach der nationale Jungzüchterwettbewerb statt. Auch dort dürfte es wieder staunende Augen geben. Sowohl bei den Kindern, als auch bei den Preisrichtern.

Matthias Kast

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