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In desolatem Zustand: das ehemalige Gesindehaus an der Untermühle aus dem Jahr 1900/1910.

Eigentümer wollen Abriss

Schandfleck in Mammendorf: Haus soll weg

Mammendorf - Früher war das sicher einmal ein schönes Anwesen. Doch heute ist das alte Gesindehaus heruntergekommen. Jetzt soll es weg.

 

Seit fast 40 Jahren steht das Haus an der Michael-Aumüller-Straße 35 in Mammendorf leer. Nun soll das historische Gebäude, das zum Anwesen Untermühle gehört, abgerissen werden – aus Sicherheitsgründen. Doch das frühere Gesindehaus ist ein Baudenkmal.

Das Haus gehört Siegfried und Irmgard Schnell. Sie möchten es abreißen, deshalb hatten sie einen Antrag an den Gemeinderat gestellt. Und der stimmte dem Abbruch des baufälligen Gebäudes einstimmig zu.

Die endgültige Entscheidung trifft aber die Untere Denkmalschutzbehörde im Landratsamt. Die Gemeinde wird ihre Entscheidung mit einer Stellungnahme an die Kreisbehörde weiterreichen.

Die Eigentümer begründeten ihren Antrag mit dem desolaten Zustand des Gebäudes. Es sei zu befürchten, dass es irgendwann zusammenfalle. Die Besitzer wollen auch vermeiden, dass jemand, der das Haus unerlaubt betritt, zu Schaden kommt.

Zudem würden die Sanierungskosten in keiner wirtschaftlich vernünftigen Relation zu den möglichen Wohnflächen stehen, sagen sie. Man habe zwar bisher keinen Architekten mit einer Kostenschätzung beauftragt, aber die Besitzer rechnen mit Instandsetzungskosten von 250 000 bis 300 000 Euro. Selbst wenn es geringfügige Zuschüsse gäbe, sie könnten sich den Erhalt des Hauses nicht leisten.

Dadurch, dass das Gebäude seit Jahrzehnten leer steht, ist die Liste an Mängeln lang: Das Mauerwerk ist stark durchnässt, der Fassadenputz an vielen Stellen abgefallen, die Dachbalken und Pfettenköpfe sind angefault, die Dacheindeckung ist an einigen Stellen nicht mehr vorhanden und die Kaminköpfe sind baufällig. Außerdem ist die Innentreppe vom Erdgeschoss in das Dachgeschoss nicht mehr vorhanden, es fehlt jegliche Wärmedämmung, und die Außenwände im Dachgeschoss sind nur einen Stein dick. Darüber hinaus fehlt eine Elektro- und Sanitärinstallation komplett.

Neben dem maroden Zustand führt das Ehepaar ins Feld, dass es immer wieder von Bürgern angesprochen werde: Sie fragen, wann denn endlich dieser „Schandfleck“ abgerissen werde. Gemeinderatsmitglied Werner Zauser (FW) meinte zwar, dass es sich bei dem ehemaligen Gesindehaus zweifellos um ein interessantes Gebäude in Mammendorf handelt. Doch auch er stimmte dem Antrag uneingeschränkt zu.

Dem Ehepaar gehören noch zwei weitere denkmalgeschützte Gebäude: die Sägemühle, die sogenannte Untermühle aus der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts und Anfang des 20. Jahrhunderts (im Kern 18. Jahrhundert, mit Mühlenausstattung), und ein ehemaliger Stall aus der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts. Schon die Instandhaltung dieser Gebäude sei nur mit großem finanziellem Aufwand zu bewerkstelligen.

von Dieter Metzler

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