Von Auto angefahren

Die schier unglaubliche Rettung von Rufus dem Kater

Gröbenzell - Zwölf endlose Stunden lang lag Kater Rufus schwer verletzt am Straßenrand. Ein Auto hatte ihn angefahren. Die Knochen seines linken Hinterlaufs waren gebrochen. Aus eigener Kraft konnte er nicht nach Hause kriechen.

Auto um Auto raste vorbei, als endlich eine Frau auf das leidende Tier aufmerksam wurde und Hilfe holte. Mit einer komplizierten Notoperation konnte Rufus gerettet werden.

Rufus darf nach Herzenslust draußen herumspazieren. Doch am frühen Morgen kommt er nach seinen Streifzügen immer nach Hause zu Frauchen Elisabeth Senft. „Normalerweise kommt er jeden Tag um die gleiche Uhrzeit heim.“ Deshalb ahnte die 55-Jährige sofort, dass etwas passiert war, als ihr drei Jahre alter Maincoon an einem Märztag nicht auftauchte. Ihr Instinkt trog sie nicht.

Zuerst wartete Elisabeth Senft, ob Rufus nicht doch noch plötzlich um die Ecke streichen würde, als sei nichts geschehen - vergeblich. Schließlich hielt sie die Ungewissheit und Tatenlosigkeit nicht mehr aus. „Irgendwann musste ich einfach etwas machen“, sagt sie. Also verständigte sie Tasso. Der Verein, hilft, wenn Haustiere verschwunden sind.

Er entwarf ein Suchplakat für Rufus und schickte die Datei auf den Computer der Gröbenzellerin. Die 55-Jährige erinnert sich an diese dramatischen Stunden: „Ich habe sofort angefangen die Plakate auszudrucken und aufzuhängen, habe überall gesucht und Leute gefragt.“ Aber niemand konnte der verzweifelten Katzenmutter weiterhelfen.

Tasso kontrollierte inzwischen Rufus’ Registrier-Chip. Und um 15.30 Uhr konnte der Verein Elisabeth Senft zumindest mitteilen, wo ihr geliebter Kater war. Eine Zahnärztin hatte ihn mehr tot als lebendig an der Kreuzung Ascherbachstraße, Sonnenweg, Exterstraße gefunden und die Polizei verständigt. Eine Beamtin kümmerte sich daraufhin um Rufus. Sie holte ihn ab und fuhr mit ihm zur nächsten Tierarztpraxis.

Doch die Diagnose war verheerend: „Die Knochenbrüche waren so kompliziert, dass die Ärztin ihn nicht operieren konnte“, erklärt Elisabeth Senft. Erst in einer Tierklinik in Ismaning wagte man sich an den Eingriff. Rufus hat seither Metallplatten und Schrauben im Hinterlauf. Momentan kann er seinen hinteren Körperteil nicht bewegen und kaum spüren.

Sechs Wochen muss er auf kleinstem Raum in einem Hasenstall verbringen, damit die Wunde zuwachsen kann. So lange still zu halten fällt dem sonst so agilen dreijährigen Kater natürlich sehr schwer. Sein Frauchen Elisabeth Senft leidet mit ihm, ob dieser erzwungenen Ruhephase. Aber es muss sein. „Es wird dauern, aber er wird wieder laufen können.“ Das haben Tests und Röntgenaufnahmen ergeben.

Der Zahnärztin und der Polizistin ist die 55-Jährige unendlich dankbar. „Ich kann das mit Worten gar nicht ausdrücken“, sagt sie. „Hätte man ihn nicht gefunden und sofort gehandelt, wäre das sein Todesurteil gewesen.“

Christina Strobl

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