Schläge und Krebs: Alina P. boxt sich allein durchs Leben

Lkr Fürstenfeldbruck - Immer wieder versetzt das Schicksal ihr harte Schläge, doch eine 39-Jährige gibt nicht auf. Nun soll sie Unterstützung von der Aktion Kette der helfenden Hände erhalten.

Gewalt und Missbrauch: Das war von kleinauf der Alltag von Alina P. (Name geändert), einer Frau, die bei den Klinikseelsorgern neue Kraft schöpft. Mit zehn Jahren erfährt sie, dass ihre gewalttätigen Eltern in Wirklichkeit Onkel und Tante sind. Ihre leibliche Mutter lebt in Deutschland und holt sie zu sich. Doch damit ist das Leid nicht vorbei. Auch die Mama schlägt das Kind. Als das Mädchen 13 ist, wird der Mutter das Sorgerecht entzogen. Alina zieht von Heim zu Heim und bekommt therapeutische Begleitung. Das geht so, bis sie 17Jahre alt ist.

Obwohl es harte Jugendjahre sind, wird die zierliche junge Frau schnell heimisch in Deutschland. Sie findet Freunde. Aber einen Ausbildungsplatz bekommt sie nicht. Sie wechselt von Job zu Job und boxt sich allein durch. Ihr sehnlichster Wunsch: eine eigene Familie. Mit 28 scheint ihr Traum in Erfüllung zu gehen. Sie heiratet. Doch in ihrem Ehemann hat sie sich getäuscht. Auch er ist gewalttätig gegen sie. Bald folgt die Scheidung.

Dann schlägt das Schicksal voll zu: Die Ärzte vermuten einen Weichteiltumor in Alina P.s rechtem Arm. Bei der Operation geht etwas schief, drei weitere Eingriffe folgen. Danach sind die Nerven dauerhaft geschädigt. Weil sie ständig Schmerzen hat, wird sie verrentet.

Doch Alina P. will unbedingt einen Beruf lernen. Ihr neuer Partner ermutigt sie. Sie mobilisiert ihre gesamte Kraft und hat Erfolg: 2008 schließt sie die Ausbildung zur Kinderpflegerin ab. Ihr Traumberuf. Sie ist glücklich. Wenn da nicht die Schmerzen wären. Der volle Einstieg ins Berufsleben scheitert, Alina P. wird erneut verrentet. Doch ihren Traumberuf will sie nicht aufgeben. Sie nimmt die Mini-Rente und arbeitet als Kinderpflegerin auf 450-Euro-Basis.

Im Sommer 2012 kommt es knüppeldick: Die Beziehung zu ihrem Lebensgefährten scheitert, sie muss aus seiner Wohnung ausziehen. Fast gleichzeitig kommt die Schockdiagnose: Brustkrebs. Es folgen Operation, Chemo- und Hormontherapie. Kraft geben ihr ihr kleiner Hund, die Sehnsucht, wieder mit Kindern zu arbeiten, und Freunde. Endlich findet sie eine bezahlbare Wohnung für sich und ihren kleinen Hund, in der sie zur Ruhe kommen kann.

Doch ihre Krebstherapie ist noch nicht abgeschlossen, Geldnöte drücken sie. Ihr Auto muss repariert werden und die Versicherung wird fällig. Die Kette der helfenden Hände möchte Alina P. helfen, das Auto zu behalten. Denn die 39-Jährige braucht es, um in die Klinik und zur Arbeit zu fahren. mb

Die Spendenkonten: Sparkasse Fürstenfeldbruck, BLZ 700 530 70, Kto.-Nr. 8 12 81 26;

VR-Bank BLZ 701 633 70, Kto.-Nr. 3 77 88;

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