Schlägerei am Bahnhof

Intensivtäter muss in den Knast

Fürstenfeldbruck – Aus heiterem Himmel sind drei junge Brucker in den frühen Morgenstunden des 11. Januars vergangenen Jahres nach einer durchzechten Nacht am Ostbahnhof in München über vier andere junge Männer hergefallen. Die drei wurden jetzt am Amtsgericht wegen gefährlicher Körperverletzung verurteilt. Einer von ihnen gilt als Intensivtäter. Er muss hinter Gitter.

Ein 20-Jähriger wurde vom Jugendschöffengericht zu einem Freizeitarrest verdonnert. Ein mitangeklagter 19-Jähriger zu einem einwöchigen Dauerarrest. Beide hatten bereits Einträge im Erziehungsregister, der 20-Jährige aber lediglich einen und dieser war nicht einschlägig. Der dritte im Bunde galt bei der Brucker Polizei bereits als Intensivtäter.

Er war viermal vorbestraft, hat auch bereits im Gefängnis gesessen. Der ebenfalls 20-Jährige wurde zu einer dreijährigen Jugendstrafe verurteilt, nicht nur wegen gefährlicher Körperverletzung, sondern auch wegen Beleidigung. Er hatte Polizisten heftig unter der Gürtellinie beleidigt.

Neun Monate von den drei Jahren wird er wohl hinter Gittern verbringen müssen. Denn von der Vorverurteilung hat er bereits einen Großteil verbüßt – die Zeit von Juli 2012 bis September 2014 hat er im Gefängnis verbracht. Auch damals unter anderem wegen gefährlicher Körperverletzung. Selbst in dieser Zeit aber war der 20-Jährige erneut straffällig geworden: In der Wohngruppe einer Justizvollzugsanstalt schlug er einen Mitgefangenen.

Probleme mit dem jungen Mann waren vor rund zehn Jahren offenbar geworden. Damals war die Erziehungsberatung eingeschaltet worden, doch auch mit Betreuern kam es zu massiven Schwierigkeiten. Von der Schule wurde er wegen Prügeleien mit anderen Jugendlichen ausgeschlossen.

Die Schlägerei am Münchner Ostbahnhof, die jetzt am Amstgericht verhandelt wurde, war offenbar völlig grundlos. Der Staatsanwalt war überzeugt, dass die drei nur Streit gesucht hätten. Sie hätten ihre Opfer von hinten angegriffen. Die vier waren dabei nicht schwer verletzt worden. Sie trugen lediglich Schürfwunden und leichte Prellungen davon.

Dass sie Faustschläge ausgeteilt hatten, gestanden die drei Angeklagten vor dem Gericht ein. Der zu einem Freizeitarrest verurteilte 20-Jährige beteuerte aber immer wieder, dass er zuvor angerempelt worden sei.

Die vier Opfer bestritten das aber einhellig und vehement. Sie betonten, dass sie versucht hätten, jedem Kontakt mit den dreien aus dem Weg zu gehen.  

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