Andere Kulturen lernt man auch über die Kulinarik kennen: Aveen Khorschied vom Stadtteilzentrum Planie mit Lahmacun, Arsuk und Weinblättern. 	Fotos: weber
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Andere Kulturen lernt man auch über die Kulinarik kennen: Aveen Khorschied vom Stadtteilzentrum Planie mit Lahmacun, Arsuk und Weinblättern.

Puchheim

Schmankerl aus vielen Regionen der Welt

Ein Schild an einer der Buden verlangte einen Mindestabstand von anderthalb Metern, einige wenige Besucher waren mit Maske unterwegs, aber ansonsten konnte man Corona für weit weg halten beim Fest der Kulturen in Puchheim.

Puchheim – Wäre da nicht die Zugangskontrolle gewesen: Bei 200 Besuchern war Schluss. Trotzdem war es die erste große Veranstaltung seit langem. Und sie hat eine Mission.

Das Virus sei natürlich ein Thema gewesen, mit dem man sich zuvor auseinandergesetzt habe, sagte der – am vergangenen Donnerstag zum zweiten Mal geimpfte – Bürgermeister Norbert Seidl. Man könne sicher weiterhin auf alles verzichten, aber eigentlich wolle man den Leuten wieder Gelegenheit geben zusammenzukommen. Im Übrigen lasse sich eine solche Veranstaltung auch besser überschauen als Zusammenkünfte auf der grünen Wiese.

Das Zusammenleben von weit über 100 Ethnien wie in Puchheim sei nicht immer einfach, könne aber einfacher werden, wenn man sich kennenlerne, erklärte Mitveranstalter Ludger Wahlers vom Puchheimer Podium das Ziel der Begegnung auf dem Grünen Markt. „Bleiben wir neugierig auf andere Kulturen, damit wir in Frieden leben können,“ meinte Stadtratskulturreferent Thomas Salcher als einer der Eröffnungsredner. Er war in Lederhose gekommen und damit nicht der einzige Besucher in volkstümlichem Gewand. Frauen in marokkanischem Hochzeitskleid und eleganter kurdischer Abendgarderobe oder ein Mexikaner in so etwas wie Torero-Tracht liefen einem über den Weg – und präsentierten sich auf einer Modenschau.

Die Stadtbibliothek hatte eine kleine Kabine eingerichtet, in der sich über Kopfhörer weltweit bekannte oder fremdländische Märchen in Originalsprachen anhören ließen – vom Wolf und den sieben Geißlein auf Italienisch bis zu „Azuz vermisst seine Mutter“ auf Arabisch.

Keine Sprachverwirrung dagegen bei dem Graffiti--Künstler Melander Holzapfel, der mehrere Leinwände aufgespannt hatte, um sie unter dem Motto „Puchheim ist bunt“ bemalen zu lassen. „Streetart ist neben Fußball das, was alle Länder und Kulturen verstehen“, glaubt er.

Zum Programm gehörten außerdem mexikanische Tänze, eine Poetry Slammerin mit Schweizer Tonfall und gegen Ende orientalisch-spanische Musik. Und – wenn es schon statt Leberkäse nur gefüllte Weinblätter und frittierte Teigtaschen gab – zumindest „bayerisch-böhmische“ Blechbläser: Die stimmten schon mal ein „Prosit der Gemütlichkeit“ an.

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