Der stillste aller Feiertage

Stadt untersagt Schnäppchen-Nacht am Karfreitag

Fürstenfeldbruck - Am Karfreitag sollte im Squashpalast der erste Brucker Nachtflohmarkt steigen. Daraus wird aber nichts: Die Stadt hat die Veranstaltung untersagt.

Die meisten Schnäppchenjäger kennen das eher aus größeren Städten: Nach Feierabend packen Privatleute überflüssige Weihnachtsgeschenke und zu klein gewordene Kleidung ein und bieten ihre ausgedienten Schätze nachts auf einem Biertisch an – zusammen mit anderen, die ihre Habseligkeiten loswerden wollen. Gelesene und ungelesene Bücher, beinahe neue Pullover und viele kleine Kuriositäten gehen dabei über die Theke.

Was etwa die Münchner und Augsburger schon lange kennen, wollte Squash-Palast-Betreiber und Stadtrat Florian Weber nun auch nach Fürstenfeldbruck holen. Am Karfreitag sollten deshalb die Squash-Plätze und der Keller des Gebäudes im Brucker Westen für die verkaufswilligen Privatleute geräumt werden.

Florian Weber

Die Idee kam Florian Weber, weil er am Karfreitag wegen des Tanzverbots keine laute Musik im Squash-Palast spielen darf. Also dachte er über eine alternative Veranstaltung nach. Und stieß auf den Nachtflohmarkt.

Doch nach einem entsprechenden Bericht in der Heimatzeitung wurde die Stadt aufmerksam. Das Ordnungsamt untersagte den Nachtflohmarkt mit Hinweis darauf, dass der Karfreitag der stillste aller Feiertage sei. Flo Weber auf Tagblatt-Anfrage: "Ich bin seit fast zehn Jahren im Veranstaltungsgewerbe. Ich dachte, dass am Karfreitag nur ein Tanzverbot gilt." Dass ein Flohmarkt nicht erlaubt sei, sei ihm nicht bewusst gewesen. Er hatte die Veranstaltung deshalb bei der Stadt im Vorfeld auch nicht gemeldet. Weber macht der Stadt keine Vorwürfe. "Ich bin schon selbst schuld."

Finanzielle Einbußen habe er keine. Die Arbeitsstunden, die er in die Organisation gesteckt hat, seien eben perdu - und jetzt müsse er alle betreffenden Leute von der Absage informieren.

Wie Weber zuvor berichtet hatte, waren nach drei Tagen bereits alle Plätzen reserviert gewesen. Für ein paar Schnellentschlossene musste er extra ein paar Nischen frei halten.

Das sagt die Stadt

Das Stillegebot für Feiertage  werde an Karfreitag noch strikter ausgelegt  als an anderen Feiertagen, begründet eine Sprecherin der Stadt.  „An Karfreitag gilt nicht nur ein Tanz-, sondern sogar ein komplettes Musikverbot“, erklärte sie. Unter die Verbotsliste fielen eben auch Flohmärkte. Weber habe den Markt zudem nicht bei der Stadt angemeldet. Das hätte er aber tun müssen, weil der Squash-Palast genehmigungsrechtlich betrachtet eine Sportstätte samt Schank- und Speisewirtschaft ist – aber eben keine Halle für Flohmärkte.

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