Ausbau für Mittelstetten

Schnelles Internet für kleine Ortsteile

Mittelstetten Die Ortsteile von Mittelstetten sollen endlich schnelles Internet bekommen. Das freut die Gemeinde. Groll schürt dagegen, dass die Telekom die Kabel durch den Wald verlegen will – und zwar oberirdisch.

„Schildbürgerstreich“, „Unding“, „Schwachsinn“ – an starken Worten fehlte es nicht, als die Pläne der Telekom für den Breitband-Ausbau in den kleinen Ortsteilen Längenmoos und Hanshofen im Gemeinderat besprochen wurden. Das Unternehmen will teilweise die vorhandenen Telefonmasten nutzen, um auch Glasfaserkabel als Freileitung von Günzlhofen aus zu verlegen. Problem dabei: Die Strecke führt durch den Wald. Und Stürme haben die Leitung schon mehrfach und oft tagelang unterbrochen.

Die Gemeinde hatte laut Bürgermeister Andreas Spörl erst jetzt vom oberirdischen Ausbau erfahren. Dem widerspricht die Telekom auf Tagblatt-Nachfrage. In einer Mitteilung heißt es, dass die oberirdische Trassenführung Bestandteil des Angebots war und „so auch mit der Gemeinde besprochen“ worden sei. Allerdings werde man im Rahmen der „Feinplanung“ den Streckenverlauf noch einmal überprüfen und gegebenenfalls auf eine unterirdische Leitung ausweichen. Die Mehrkosten trage dann die Telekom.

Spörl hatte sich vor der Sitzung mit den Verantwortlichen in Verbindung gesetzt. Laut dem Ingenieurbüro, das die Gemeinde bei der Anbieter-Auswahl beriet, hat die Telekom eine weitere Begehung noch im Januar zugesagt. Allerdings hätte beim Angebot schon der relativ günstige Preis auffallen können. Das Unternehmen kalkulierte für die mehrere Kilometer lange Verbindung mit einer Deckungslücke von 95 000 Euro. Der an einen anderen Anbieter vergebene Anschluss von Oberdorf, der Ziegelei und einiger Einzelanwesen am Schellenberg, kommt fast drei Mal so teuer. Die Gemeinde zahlt ein Fünftel der Kosten, den Rest trägt der Freistaat.

Die Telekom will nur Hanshofen per Freileitung erreichen, von dort aus wird Längenmoos per herkömmlichem, verrohrtem Kabel erschlossen. Damit hängen aber nicht nur die paar Haushalte in Hanshofen, sondern auch wesentlich mehr in Längenmoos von einer funktionierenden Freileitung ab. Im Gemeinderat war die einhellige Meinung, dass hier auf Kosten der Versorgungssicherheit gespart werden solle. Denn durch das Wurzelwerk im Wald könnte eine Erdverlegung umständlich und teuer werden. Naheliegend sei eigentlich eine Verbindung neben der Straße von Günzlhofen nach Längenmoos.

Eine rechtliche Handhabe hat die Gemeinde nicht. Vorgaben gibt es im Förderprogramm nur für die zu gewährleistende Bandbreite (mindestens 30 MB), nicht aber für Ausbau-Art oder Streckenführung. Damit werde dem Billig-Ausbau Tür und Tor geöffnet, meinte Spörl. Der beratende Ingenieur gibt zu bedenken, dass auch die öffentliche Hand, also Staat und Kommunen, auf die Kosten sehen müssen. Glasfaser als Freileitung ist nach seinen Erfahrungen in Bayern weit verbreitet. Strecken durch den Wald seien allerdings in der Tat relativ selten.

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