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1,6 Millionen Euro

Schock in Jesenwang: Straßenbau zu teuer

Damit hätte der Jesenwanger Gemeinderat nie gerechnet: Der geplante Ausbau der Grafrather Straße ist zu teuer. Nun werden die Arbeiten aufgeschoben und neue Angebote eingeholt.

Jesenwang – Lange hat die Gemeinde den Ausbau der maroden Grafrather Straße im Rahmen der Dorferneuerung geplant, überlegt, wie der neue Gehweg verlaufen soll, und langwierige Grundstücksverhandlungen geführt. „Eigentlich war alles vorbereitet“, sagte Bürgermeister Erwin Fraunhofer (CSU) in der jüngsten Sitzung des Gemeinderats. Doch nun der Preisschock: Über 1,6 Millionen Euro verlangt der günstigste Bieter für den Ausbau – und liegt damit mehr als 70 Prozent über der Kostenberechnung.

„Es ist unverständlich, wie eine derart eklatante Kostenmehrung zustande kommt“, sagte Reinhold Volger, Vorsitzender der Teilnehmergemeinschaft der Dorferneuerung. Einen Vorwurf will Volger der Baubehörde des Landratsamtes, die die Ausschreibung vorbereitet und durchgeführt hatte, nicht machen: „Die verstehen ihr Geschäft.“ Das habe man beim Ausbau der Kreisstraße in Luttenwang gesehen, wo die Behörde mit ihrer Kostenberechnung eine Punktlandung hingelegt habe.

Fraunhofer hat den Abtransport von belastetem Aushub als einen Faktor für die Steigerung ausgemacht. „Außerdem sind wahrscheinlich die Auftragsbücher der Firmen voll, so dass die Anbieter entsprechend teuer in die Ausschreibung reingegangen sind.“ Für ihn war klar, dass er die Ausschreibung aufheben will, denn: „Wir können die Mehrkosten vor unseren Bürgern fast nicht verantworten.“ Die sind nämlich über die Ausbaubeiträge an den Kosten für den Gehweg beteiligt. Man müsse die Ausschreibung nun analysieren und überlegen, wo man einsparen könne, so Fraunhofer. Im Herbst soll die Maßnahme dann in angepasster Form erneut ausgeschrieben werden.

Johann Wimmer (Einigkeit) wollte wissen, „was uns optimistisch macht, dass die neuerliche Ausschreibung dann nicht sogar ein noch schlechteres Ergebnis bringt“. Volger musste zugeben, dass man das nicht wisse. „Wir sollten es aber versuchen, damit wir uns nicht vorwerfen lassen müssen, dass wir es einfach so durchgezogen haben“, sagte Fraunhofer.

Christian Fleischer (CSU) erklärte, dass man bei einer weiteren Kostensteigerung die gesamte Maßnahme in Frage stellen müsse. Dennoch folgten sowohl die Räte als auch die Teilnehmergemeinschaft dem Vorschlag Fraunhofers und hoben die Ausschreibung jeweils einstimmig auf. Allerdings muss auch noch der Landkreis, der den Fahrbahnausbau finanziert, den gleichen Beschluss fassen. Fraunhofer geht aber davon aus, dass der Kreistag dem Willen der Gemeinde folgt.

Die Kosten für die Grafra-ther Straße lassen Fraunhofer auch nervös auf den Ausbau des Platzes vor dem Gemeinschaftshaus blicken. Laut Volger hätten sich hier nahezu die gleichen Firmen beworben, wie bei der Grafra-ther Straße. „Wir wissen noch nicht, wie die Ausschreibung ausgeht“, sagt Fraunhofer. Gibt es dort eine ähnliche Steigerung, könnte auch diese Maßnahme scheitern. (ad)

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