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Wer damals bei der Hochzeit von Claudia und Willi Hörger aufgespielt hat, ist ja klar: die Blaskapelle Schöngeising.

Interview

Diese Liebesgeschichte begann in der Blasmusikprobe

Schöngeising – Blaskapelle feiert 30. Geburtstag und ihre bisherigen Erfolge  – wozu auch die ein oder andere  Ehe gehört.

Am Sonntag feiert die Schöngeisinger Blasmusik ihr 30-Jähriges. Gegründet wurde sie von jungen Leuten, die sich vom damaligen Musikverein lösten. Seitdem hat die Kapelle Karriere gemacht: Die Schöngeisinger spielten bei der Verabschiedung von Münchens OB Georg Kronawitter und beim Weltwirtschaftsgipfel, sie knüpften die ersten Kontakte zu Schöngeisings späterer Partnergemeinde Lallio und sind häufige Gäste beim Münchner Stadtgründungsfest.

Der ersten Auftritt als Verein im November 1986: Mit dabei sind auch Willi Hörger (mittlere Reihe 2.v.l.) und seine spätere Ehefrau Claudia Moser (vordere Reihe 2.v.l.).

Heute existieren unter dem Dach der Blasmusik sechs weitere Formationen, vom Jugendensemble bis zur Big Band. Einer, der seit der Stunde Null dazugehört, ist Willi Hörger (50). Er begann als Posaunist, verwaltete die Finanzen, leitete bis 2006 die Jugendkapelle und dirigiert heute die Big Band. Übrigens sind in der Blaskapelle auch Ehen entstanden – das kann Hörger aus eigener Erfahrung berichten.

-Warum hat sich die Blasmusik seinerzeit vom Musikverein abgespalten, Herr Hörger?

Der Grund war, dass die Musiker für die Proben zahlen sollten, und das haben die meisten nicht eingesehen. Die Abhängigkeit hat uns gestört. Als eigenständige Blaskapelle haben wir dann erstmal mit Schulden angefangen, weil wir dem Musikverein eine Tuba abgekauft hatten. Aber ich war mir sicher, dass wir das wieder reinmusizieren können, und das hat auch geklappt. Ein paar Jahre später haben wir uns eine eigene Tracht anfertigen lassen. Die Kosten dafür, immerhin 20 000 Mark, haben wir über Kleinkredite bei unseren vielen aktiven und passiven Mitgliedern finanziert. Auch dieses Geld hatten wir innerhalb von drei oder vier Jahren zurückgezahlt.

-Wie sind Sie selbst mit Musik in Kontakt gekommen?

Mein Vater war begeisterter Hobbymusiker und an der Gründung der Musikschule beteiligt. Vorher fand drei Jahre lang bei uns im Keller Unterricht statt, da sind jeden Freitag 27 Kinder gekommen. Da war ich natürlich dabei.

-Was war ihr schönstes Erlebnis in 30 Jahren Blasmusik?

Das schönste war, dass die Kapelle bei meiner Hochzeit gespielt hat. Meine Frau Claudia und ich haben uns über die Blasmusik kennengelernt, dort sind mehrere Ehen entstanden. Ein weiteres sehr schönes Erlebnis war 2011 unser erstes Konzert im Brucker Stadtsaal. Vorher fanden unsere Auftritte in der Turnhalle in Landsberied statt. Dort mussten wir sämtliche Stühle für den Zuschauerraum selber mitbringen und den kompletten Bühnenaufbau machen. Das war zuletzt zu aufwändig, zumal immer weniger Leute mitgeholfen haben.

-Und was war das schlimmste Erlebnis?

Das war, als wir erfahren haben, dass unser Mick (Michael Stöhr, langjähriger Dirigent, Anm. d. Red.) gestorben ist. Er war erst 53. Das ist uns allen sehr nahegegangen. Mick war Posaunist im Orchester des Bayerischen Rundfunks. Er und seine Frau Monika haben unter anderem unsere Pizza-Konzerte begründet. Die beiden hatten sich irgendwann aus Italien einen original Pizza-Ofen mitgebracht. Den bauen wir einmal im Jahr im Innenhof hinter dem Pfarrheim auf und geben mit der Heinrich-Scherrer-Musikschule ein Open-Air-Konzert. Die Pizzen backt der Zeugwart des Bayerischen Rundfunks, er ist Italiener. Diese Konzerte sind sehr beliebt, letztes Jahr haben wir zum ersten Mal zwei Pizza-Öfen gebraucht.

von Ulrike Osman

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